Unter Best Ager versteht man eine Zielgruppe von Personen mit einem Lebensalter von über 50 Jahren. Bei dem Begriff Best Ager handelt es sich um einen deutschen Scheinanglizismus. Vermutlich wird der Begriff vom Ausdruck „im besten Alter“ abgeleitet. Außerhalb des deutschsprachigen Raums ist er weder gebräuchlich noch verständlich. Im Englischen spricht man in der Regel von „over50s“.

Die Verknüpfung der Wertung „bestes Alter“ mit der Zeit nach dem 50. Geburtstag eines Menschen erweckt die irreführende Vorstellung, wonach jeder Mensch in diesem Zeitraum die beste Zeit seines Lebens habe. Die Frage, wann sich ein Mensch in seinen besten Jahren befindet, hängt zum großen Teil von seiner erreichten beruflichen Position und dem damit verbundenen Einkommen, von seiner Leistungsfähigkeit und Gesundheit und insbesondere von seinem subjektiven Empfinden ab. Daneben spielt das individuelle Verhalten in verschiedenen Lebensphasen eine Rolle. So ist beispielsweise für die meisten Leistungssportler ihre beste Lebensphase mit dem 40. Geburtstag bereits vorbei. Und manche Menschen, so auch in Europa, erleben noch nicht mal ihren 50. Geburtstag.

Im Grunde genommen stehen Begriffe wie Best Ager, Silver Ager, Golden Ager, als Synonyme für den Begriff der Senioren. Ihren Ursprung finden diese Bezeichnungen im Marketing. Sie wurden von Marketingexperten kreiert, um diese kaufkräftige, konsumfreudige, aber auch qualitätsbewusste Zielgruppe angemessen und erfolgreich anzusprechen.

Dies vor allem vor dem Hintergrund, dass das gefühlte Alter des Einzelnen und unser gesellschaftliches Jugendideal auch Einfluss auf die Akzeptanz von Produkten für Senioren hat. Im Schnitt fühlen sich ältere Menschen 10 Jahre jünger, als sie tatsächlich sind. Oft werden Angebote, gerade von Älteren, mit dem Hinweis abgelehnt, dass man so alt doch noch nicht sei.

Aus Angst vor Bildern von alten, gebrechlichen Menschen werden in den Medien jüngere und agile Personen gezeigt. Zum einen korrespondiert diese Darstellung der Zielgruppe mit dem Selbstbild. Zum anderen wird so Druck erzeugt, auch im Alter jugendlich zu sein. Und im öffentlichen Bewusstsein werden Alter, Krankheit und Gebrechlichkeit ausgeblendet.

Vor diesem Hintergrund lassen sich Produkte und Dienstleistungen, so auch für den Seniorenmarkt, besser an den Mann beziehungsweise die Frau bringen, wenn ein positives Lebensgefühl mit ihnen verbunden wird. Nicht zuletzt vergönnt ein entspannter Umgang mit dem eigenen Lebensfortschritt nicht nur ein positives Lebenserfühl, sondern auch tatsächlich ein hohes Alter.

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