Der Begriff Epilepsie (altgriechisch: epilepsis – ‚Angriff, Überfall‘ und lateinisch: epilepsia) ist im deutschen Sprachraum auch als Fallsucht oder Krampfleiden bekannt. Sie bezeichnet ein Krankheitsbild mit mindestens einem spontan auftretenden Krampfanfall, der nicht durch eine vorausgehende erkennbare Ursache (zum Beispiel eine akute Entzündung, einen Stromschlag oder eine Vergiftung) ausgelöst wurde.

Neurologisch betrachtet ist ein solcher epileptischer Krampfanfall eine Folge von anfallsartigen (paroxysmaler) synchronen Entladungen von Neuronengruppen im Gehirn, welche zu plötzlichen unwillkürlichen stereotypen Verhaltens- oder Befindungsstörungen führen. Bei der Epilepsie kommt es zu einer Fehlfunktion des Gehirns, welche durch Nervenzellen ausgelöst werden, die unwillkürlich synchron Impulse abfeuern und sich entladen.

Die Epilepsie gehört zu den häufigsten Funktionsstörungen des Gehirns. Sie kann grundsätzlich in jedem Lebensalter auftreten. Ein einzeln auftretender epileptischer Anfall bedeutet jedoch nicht, dass man sein ganzes Leben lang unter Anfällen leiden wird. Das Risiko, an einer Epilepsie zu erkranken, ist für Kinder und Senioren nach dem 60. Lebensjahr besonders hoch.

 

Die Ursachen  einer Epilepsie sind vielfältig und noch nicht umfänglich geklärt. Mediziner unterteilen die Epilepsie in drei Hauptgruppen ein:

 

Genetische Epilepsie

Bei der genetischen Epilepsie spielen Gene eine Rolle. Vererbbar ist sie nicht. Die Eltern geben zumeist eine größere Anfälligkeit für Krampfanfälle an ihre Kinder weiter. Zur Erkrankung kommt es erst dann, wenn äußere Faktoren hinzukommen.

 

Symptomatische Epilepsie

Hier liegt die Ursache der Epilepsie entweder in einer strukturellen oder einen stoffwechselbedingten (metabolischen) Schädigung des Zentralen Nervensystems. Beispiele hierfür sind. Fehlbildungen des Gehirns, Hirnschädigungen durch Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen, Schlaganfall, Gehirntumore, Gehirn- und Gehirnhautentzündung, Alkohol-, Drogen- und Medikamentenmissbrauch, Vergiftungen und Stoffwechselerkrankungen.

 

Ungeklärte (idiopathische) Epilepsie

Bei dieser Form lassen sich die Ursachen für die Erkrankung noch nicht klären. Idiopathische Epilepsien treten bei bis zu 40 Prozent aller Epileptiker auf.

           

Zur Diagnose wird die Krankengeschichte (allgemeine Anamnese) des Betroffenen erhoben und eine Hirnstromkurve (Elektrozephalografie - EEG) erstellt. Daneben gehören zur Routinediagnostik auch bildgebende Untersuchungen, wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT). Neben den Blutwerten wird in manchen Fällen zusätzlich noch das Nervenwasser (Liquordiagnostik) untersucht.

Epilepsie wird zunächst mit krampfunterdrückenden Medikamenten (Antikonvulsiva) therapiert. In erster Linie richtet sich die Wahl des Antiepileptikums nach der Art der Anfälle und der Form der Epilepsie. Die Behandlung der Epilepsie beginnt fast immer mit einer Monotherapie, also nur mit einem Medikament. Erst wenn ein Medikament alleine nicht anschlägt, kommt eventuell eine Kombinationstherapie mit zwei verschiedenen Wirkstoffen infrage. In therapieresistenten Fällen werden andere Möglichkeiten der Behandlung ausgeschöpft. Hierzu gehört beispielsweise die Epilepsiechirurgie.

Für die Betroffenen hat eine Epilepsie vielfältige Auswirkungen auf das Alltagsleben. Epileptiker ohne Anfälle können ein weitgehend normales Leben führen. Jedoch sollte man nur dann Autofahren, wenn man ganz sicher ist, dass kein Anfall mehr auftreten wird.

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