Kalte Jahreszeit - Gefahr für's Herz

15 Januar 2013

Pixabay winter 2540861 1920Die kalte Jahreszeit birgt weit mehr gesundheitliche Gefahren als Erkältungen oder Grippe. Die Winterzeit ist auch eine gefährliche Zeit für Patienten mit Bluthochdruck. Das Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden, steigt. So kommen Herz-Kreislauf bedingte Todesfälle im Winter etwa 20- bis 50-fach häufiger vor als in der warmen Jahreszeit.

„Der Blutdruck schwankt nicht nur im Laufe eines Tages, sondern auch im Verlauf der Jahreszeiten. Das gleiche gilt für Folgeerkrankungen wie Schlaganfall oder Durchblutungsstörungen des Herzens (koronare Herzerkrankungen). Im Winter ist der Blutdruck deutlich höher und damit auch das Risiko für schwere Komplikationen“, so Professor Björn Lemmer von der Universität Heidelberg.

 

Bei Kälte verengen sich die Gefäße

Warum der Blutdruck im Winter ansteigt, ist noch nicht vollkommen geklärt. Es wurde aber beobachtet, dass die Herzfrequenz bei Kälte niedriger ist und zudem auch die Konzentration von gefäßerweiterndem Stickstoffmonoxid abnimmt. Arterien und Kapillaren ziehen sich bei Kälte zusammen, um den Blutfluss zu verringern und möglichst wenig Wärme über das Blut zu verlieren. Als Folge steigt der Gefäßwiderstand. Die Gefäße werden enger und lassen den Blutdruck steigen. Das macht die Winterzeit für die rund 35 Millionen Bluthochdruck-Patienten hierzulande zu einer besonders gefährlichen Zeit.

 

Regelmäßige Blutdruckkontrolle

Deshalb empfiehlt die Deutsche Hochdruckliga e.V. allen, vor allem aber Menschen mit Bluthochdruck, zu einer regelmäßigen Blutdruckkontrolle.

 

Ältere Menschen sind besonders gefährdet

Einer Studie französischer Wissenschaftler zufolge ist der Anstieg des Bluthochdrucks bei älteren Menschen noch ausgeprägter: Während bei 65- bis 74-jährigen ein Temperaturabfall von 15 Grad den oberen Blutdruck-Wert (Systole) durchschnittlich um 0,8 Millimeter Quecksilbersäule (mm Hg) zur Folge hat, lässt derselbe Temperaturunterschied den Blutdruck bei über 80-jährigen um 5,1 mm Hg ansteigen. Umgekehrt fällt der Blutdruck bei einem Temperaturanstieg bei älteren Menschen stärker ab als bei jüngeren.

 

Blutdruck bleibt auch in warmen Räumen hoch

Die Studie zeigt auch, dass sich der Blutdruck nicht von kurzfristigen Temperaturschwankungen beeinflussen lässt, denn die jahreszeitlichen Unterschiede waren messbar, obwohl sämtliche Messungen bei Raumtemperaturen um 20 Grad vorgenommen wurden. Auch Luftdruckänderungen haben demnach keinen Einfluss auf den Blutdruck.

 

Wann gilt der Blutdruck als zu hoch?

Die Deutsche Hochdruckliga empfiehlt vor allem Menschen mit Bluthochdruck den Blutdruck-Zielwert unter 140/90 mm Hg gerade im Winter zu halten. Hegt man den Verdacht, dass man einen zu hohen Blutdruck hat, sollte man in absehbarer Zeit seinen Arzt aufsuchen. Sollte dieser erhöhte Werte feststellen, sollten drei standardisierte Messungen in Ruhe erfolgen. Erst wenn alle drei Messungen Werte über 140 / 90 mm Hg ergeben, liegt ein behandlungsbedürftiger Bluthochdruck vor.

 

Durch Änderung des Lebensstils hohen Blutdruck vermeiden

Jedoch müssen nicht immer gleich Medikamente verschrieben werden. Um die Werte wieder in den Normbereich zu bringen, reicht meist eine Änderung des Lebensstils aus. Viele Betroffene können ihr Risiko senken, indem sie weniger Adventsgebäck und Weihnachtsbraten, stattdessen mehr Obst und Gemüse essen. Eine aktuelle Studie zeigt, dass bei jedem zweiten übergewichtigen Hypertoniker die Blutdruckwerte sinken, sobald das Gewicht verringert wird. Genügend Schlaf, eine salzarme Ernährung und auch moderater Ausdauersport wirken sich positiv auf den Blutdruck aus.

 

Medikamente-Einnahme anpassen

Einige Patienten benötigen aber auch eine intensivere medikamentöse Therapie, um den Blutdruck erfolgreich zu senken. Die Deutsche Hochdruckliga e.V. empfiehlt allen Menschen zu einer regelmäßigen Blutdruckkontrolle. Besonders wichtig sei dies für Bluthochdruck-Patienten. Auch jüngere Menschen mit Bluthochdruck sollten in der kalten Jahreszeit besonders auf ihren Blutdruck achten und eventuell ihre blutdrucksenkende Medikation erhöhen. Das Umgekehrte gilt bei Aufenthalt in sehr warmen Regionen.

 

 

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