Neue Führerscheine: Umtausch nach 15 Jahren

15 April 2013

Ab dem 19. Januar 2013 tritt die Dritte EG-Führerscheinrichtlinie in Kraft und neu ausgestellte Führerscheine bekommen ein Verfallsdatum. Das gilt aber nur für Fahranfänger!

Was aber passiert mit den ganzen Senioren, die heute Deutschlands Straßen unsicher machen? Ihre „Lappen“ gelten nach wie vor auf Lebenszeit. Auf deutschen Straßen fahren immer mehr Senioren. Und laut Bundesamt für Statistik steigt die Zahl der von älteren Autofahrern verursachten Unfälle stetig. Von 2001 bis 2011 um fast 32 Prozent! Bei Personenschäden tragen Sie sogar oft die Hauptschuld.

Um Fälschungen zu verhindern und die Aktualität des Fotos sicherzustellen, müssen ab sofort neu erworbene Führerscheine europaweit alle 15 Jahre umgetauscht werden. Wer noch einen alten Kartenführerschein, die rosa oder gar graue „Pappe“ besitzt, hat dafür knapp 20 Jahre Zeit – bis Ende 2032. Die Fahrerlaubnis selbst ist wie bisher unbefristet.

 

Unveröffentlichte forsa Umfrage

Eine aktuelle forsa Studie bringt es an den Tag: 85 % der Autofahrer ab 65 nutzen ihr Auto im Alltag. 81 % nutzen das Auto noch mit über 80 Jahren. 60 % bewerten sich als sehr gute Autofahrer. Aber nur 10 % sprechen mit ihrem Hausarzt über ihre Fahrtüchtigkeit. Dabei sind viele Menschen in dieser Altersgruppe gesundheitlich eingeschränkt. Sie nehmen Medikamente, reagieren nachweislich schlechter und der Schulterblick – oft Fehlanzeige!

 

Gesundheitscheck

Ein verpflichtender Gesundheitscheck ist mit der neuen Regelung nicht verbunden. Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) empfiehlt allerdings insbesondere älteren Autofahrern, ihre Fahrtüchtigkeit regelmäßig beim Hausarzt überprüfen zu lassen. Überprüft werden sollten neben der Sehkraft, das Gehör, die Beweglichkeit, die Konzentrationsfähigkeit und die Reaktionsgeschwindigkeit sowie die Funktion von Herz, Leber und Nervensystem.

 

Was raten die Experten?

„Fahrtüchtig oder nicht – dafür gibt es keine definierte Altersgrenze. Viele gesundheitliche Beeinträchtigungen stellen sich schleichend ein“, sagt Dr. med. Thomas Kurscheid. Eine freiwillige Untersuchung beim Hausarzt unterstütze ältere Autofahrer dabei, ihre Grenzen zu erkennen und könne dazu beitragen, die Sicherheit im Straßenverkehr zu erhöhen. Zum Beispiel, indem der Patient umfassend beraten wird: Bei erhöhter Blendempfindlichkeit der Augen sollte er darauf verzichten, nachts unterwegs zu sein. Nimmt er Medikamente ein, die die Reaktionsfähigkeit beeinträchtigen, empfiehlt es sich, den Wagen stehenzulassen.

 

Eigenverantwortung ist gefragt

In Ländern wie Schweden, Dänemark oder der Schweiz sind solche Tests für Autofahrer ab einem bestimmten Alter gesetzlich vorgeschrieben. Nach Ansicht des DVR ist ein verpflichtender Gesundheitscheck speziell für Senioren jedoch nicht sinnvoll. „Jeder Autofahrer – egal welchen Alters – sollte eigenverantwortlich dafür sorgen, dass er sicher am Steuer unterwegs ist und andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet, sagt Burkhard Gerkens vom DVR.

 

Über die „Aktion Schulterblick“ des DVR

Der DVR, unterstützt vom Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung (BMVBS), hat 2012 die "Aktion Schulterblick" gestartet, die auf die Notwendigkeit von freiwilligen Gesundheitschecks für ältere Autofahrer im Straßenverkehr aufmerksam macht. Die Kampagne nennt die wichtigsten Ansprechpartner, bietet einen Online-Selbsttest und weitere Informationen rund um das Thema sichere Mobilität.

 

Über den Deutschen Verkehrssicherheitsrat

Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) wurde 1969 gegründet und ist mit seinem mehr als 200 Mitgliedsorganisationen die Kompetenzplattform für alle Fragen der Straßenverkehrssicherheit.

 

 

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