Gefahr für Diabetiker - Europaweiter Rückruf des Insulinpräparats "NovoMix 30"

01 November 2013

Fotolia 66767521 MDie deutsche Arzneimittelzulassungsbehörde hat vor der Verwendung des Insulinpräparats „NovoMix 30 FlexPen“ gewarnt. Betroffen sind die drei Chargen CP50393, CP50749 und CP50902 vom Hersteller Novo Nordisk.

„Für die betroffenen Personen besteht das Risiko einer Über- oder Unterdosierung“, teilte das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit. „Diese kann zu einer möglicherweise lebensgefährlichen Über- oder Unterzuckerung führen.“

Bei „NovoMix 30“ handelt es sich um verschreibungspflichtige Fertigspritzen zur Senkung eines zu hohen Blutzuckerspiegels bei Patienten mit Diabetes mellitus. Es wird meist vor einer Mahlzeit verwendet. „Bei den betroffenen Chargen des Arzneimittels kann die Insulin-Dosis zwischen 50 Prozent und 150 Prozent der angegebenen Konzentration liegen“, teilte das BfArM mit. Folglich kann die Dosis nur halb so viel Insulin wie vorgesehen enthalten – aber auch um die Hälfte zu viel des Wirkstoffs.

Während das Risiko eines zu hohen Blutzuckerspiegels als relativ gering und beherrschbar angesehen wird, kann bei Verwendung einer Kartusche mit zu hoher Insulinkonzentration eine lebensgefährliche Unterzuckerung entstehen.

Allein in Deutschland verwenden Hunderttausende Menschen das Insulinpräparat. Nach Angaben von Novo Nordisk sind von dem Herstellerfehler in Deutschland etwa 1.000 Spritzen betroffen. Betroffene sollten die Chargennummern prüfen. Wer das allein nicht schafft, soll einen Arzt oder Apotheker fragen. Diese wurden über den Rückruf der Chargen bereits informiert.

Für Fragen hat Novo Nordisk die Telefonnummer +49 (06131) 9031113 eingerichtet. Weitere Informationen gibt es auch beim BrArM im Internet unter www.bfarm.de.    

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