Sport statt Pillen: Warum Sport vielen Kranken besser hilft als Medikamente

15 Januar 2014

Fotolia 19418130 MDass regelmäßiger Sport der Gesundheit gut tut und bei der Vorbeugung vieler Krankheiten hilft, ist nicht neu. Laut einer großangelegten Studie kann Sport bei einigen Krankheiten dieselben positiven Effekte haben wie Medikamente. Mediziner sind sich sogar sicher, dass regelmäßige sportliche Betätigung manche Medikamente sogar überflüssig machen.

Besonders heilend wirkt Bewegung nach Schlaganfällen, bei Herzproblemen und Diabetes Typ 2, heißt es im „British Medical Journal“ renommierter Hochschulen. In dem veröffentlichten Fachartikel, an dem die London School of Economics und die Harvard Medical School beteiligt waren, wurden mehr als 300 frühere Untersuchungen zusammengefasst und somit Daten von knapp 340.000 Personen ausgewertet. Die Forscher verglichen dabei, welchen Einfluss die Einnahme von Medikamenten oder Sport auf die Sterblichkeit der Patienten hat.

Als Ergebnis raten die Forscher, dass zukünftig Sport häufiger als Alternative zu medikamentöser Therapie verschrieben werden sollte. Zwar seien die Vorteile von Sport für die Gesundheit seit langem bekannt und vielfach untersucht. Bislang habe es aber unter anderem zu wenig direkte Vergleiche mit der Behandlung durch Medikamente gegeben.

Am überzeugendsten fielen die Ergebnisse demnach für Menschen aus, die einen Schlaganfall erlitten hatten und in der Rehabilitationsphase waren. In zahlreichen Fällen erreichten sie deutlich bessere Ergebnisse durch Bewegung als durch Medikamente, erklärten die Forscher.

 

Sport versus Pillen

Mit Blick auf Herzkrankheiten und für Patienten, deren Blutzucker-Spiegel vermuten ließen, dass sie den Diabetes Typ 2 bekommen könnten, hatte Sport in den meisten Fällen dieselbe Wirkung wie eine Behandlung mit Medikamenten.

Einzig bei Herzversagen stellte sich heraus, dass sogenannte diuretische Medikamente, die eine harntreibende Wirkung haben, bessere Ergebnisse als Sport oder andere Arten von medikamentöser Behandlung erzielten.

„In Fällen, in denen Medikamente zur eine eingeschränkte Wirkung haben, verdienen es Patienten, erklärt zu bekommen, welche Auswirkungen physische Aktivitäten haben können“, heißt es von den Wissenschaftlern.

 

Rezepte vom Arzt für Bewegung

Um Todesfälle und hohe Sterblichkeitsraten zu verhindern, sollten Ärzte künftig auch „Bewegungs-Rezepte“ verschreiben. Letztlich geht es darum, die Bewegungsleistung im Alltag zu steigern. Mit Sport anzufangen, lohnt sich – in jedem Lebensalter! Regelmäßiger Sport verbessert den Zustand der Blutgefäße und kann sogar bereits entstandene Schäden reparieren. Auch kann er den Blutdruck besser senken als so manches Medikament.

Britische Hilfsorganisationen wie Diabetes UK oder die für Schlaganfallpatienten zuständige Stroke Association betonten, es sei bekannt, dass ein aktiver Lebensstil viele Vorteile für die Gesundheit bringe. Es sei aber wichtig, dass Patienten ihre Medikamente nicht automatisch absetzten und sich alleine auf Bewegung verließen, ohne dies mit ihrem Arzt zu besprechen.

 

 

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