Wie bitte? - Altersschwerhörigkeit

15 Dezember 2014

Fotolia 20851457 MUnser Gehör warnt uns vor Gefahren, hilft uns bei der Orientierung, lässt uns Vogelgezwitscher oder Musik genießen und an Gesprächen teilhaben. Wie wichtig unser Gehör im alltäglichen Leben ist, bemerken wir oft erst, wenn es nicht mehr richtig funktioniert. Wer bei Familienfesten oder im Restaurant Gesagtes oftmals wiederholen lässt, den Fernseher auf höhere Lautstärke einstellt und selbst lauter spricht, hört meist nicht mehr gut.

Allein in Deutschland sind davon rund 15 Millionen Menschen betroffen. Bei älteren Menschen kommt Schwerhörigkeit häufig vor. Meist verläuft der Prozess schleichend, so dass Betroffene erst spät bemerken, dass sie nicht mehr richtig hören. Zudem ignorieren viele Menschen ihren beginnenden Hörverlust erst einmal. Dabei sind die Folgen nicht zu unterschätzen. Wer nicht gut hört ändert meist sein Verhalten. Da die Kommunikation mit anderen Menschen anstrengender und schwieriger wird ziehen sich Betroffene immer mehr zurück und sind oft zunehmend isoliert.

Noch unklar ist, was genau Altersschwerhörigkeit hervorruft. Vermutet wird, dass Alterungsprozesse das Innenohr schädigen. Aber nicht immer ist das Alter schuld. So sind die Gründe für eine Schwerhörigkeit vielfältig. Als Risikofaktor gilt vor allem die Belästigung durch Lärm. Daneben können aber auch Infektionen oder bestimmte Medikamente hierfür verantwortlich sein. Aber auch Bluthochdruck, hohe Blutfettwerte, Diabetes mellitus und auch Rauchen kann eine Hörschädigung hervorrufen.

Wichtig in jedem Alter ist es daher, das Gehör vor Lärm zu schützen. So kann bereits ein Lärmpegel von 85 Dezibel zu Hörschäden führen, wenn man dieser Lautstärke dauerhaft ausgesetzt ist. Zum Vergleich: Während ein normales Gespräch etwa 60 Dezibel laut ist, kann ein Lastwagen in fünf Metern Entfernung bereits 90 Dezibel erreichen und in Discotheken werden mitunter um die 110 Dezibel gemessen.

Doch egal ob jung oder alt. Wird Schwerhörigkeit nicht behandelt sind die Folgen äußerst belastend. So können Stress, Müdigkeit, Kopfschmerzen, aber auch Vereinsamung und womöglich auch Depressionen den Betroffenen das Leben schwer machen.

Experten raten daher zur regelmäßigen Überprüfung des Gehörs beim Hörgeräteakustiker. In aller Regel ist der Hörtest kostenlos und ohne große Wartezeiten beim Hörgeräteakustiker möglich. Hierzu werden in einem geschlossenen und schalldichten Raum beide Ohren einzeln auf ihre Leistungsfähigkeit überprüft. Dabei gibt ein sogenannter Reintontest Aufschluss über die Hörfähigkeit. Treten Auffälligkeiten auf, können mithilfe von Sprach- und Mittelohrtests festgestellt werden, ob ein Hörverlust vorliegt und in welchem Grad.

Ein Hör-Check schafft nicht nur Klarheit sondern ist auch Ausgangspunkt für Abhilfe. Zwar lässt sich in aller Regel eine altersbedingte Schwerhörigkeit durch eine medizinische Behandlung nicht mehr rückgängig machen, aber mit einem Hörgerät können Betroffene wieder besser hören. Moderne Hörsysteme können gerade bei leichten bis mittleren Hörminderungen Defizite nahezu vollständig ausgleichen. Wichtig jedoch ist, dass solche Hilfen rechtzeitig genutzt werden, da unser Gehirn das Hören regelrecht verlernen kann.

Sollte sich herausstellen, dass ein Hörgerät notwendig ist, lässt es sich vom Hörgeräteakustiker nach Vorlage der Testergebnisse individuell anfertigen. Auch wenn sich viele Menschen vor der Diagnose Schwerhörigkeit und dem Tragen eines Hörsystems fürchten ist ihre Angst unbegründet. Dank moderner Technik sind Hörgeräte heutzutage besonders klein und unauffällig. Zudem lassen sich die kleinen Hightech-Wunder mit technischen Geräten wie beispielsweise Fernseher, Handy, MP3-Player und Laptop verbinden.

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass derjenige der den Eindruck hat, schlechter als früher zu hören, einen Hör-Check beim Hörgeräteakustiker durchführen sollte, denn Gut hören ist ein Stück Lebensqualität.

 

 

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