Vorsicht: Fahruntüchtigkeit bei Grippe und Erkältungen

15 Januar 2015

Fotolia 76604935 MWinterzeit ist Grippezeit. Doch viele Grippe- und Erkältungsmittel beeinträchtigen die Fahrtüchtigkeit stärker, als es von vielen Autofahrern wahrgenommen wird. Was gegen Schnupfen, Husten, Heiserkeit, Kopf- und Gliederschmerzen hilft, kann einen schnell den Führerschein kosten.

So beeinträchtigen gerade Arzneien gegen Grippe und Erkältungen das Reaktionsvermögen besonders stark und wirken nicht selten wie Rauschmittel. Diesem Risiko sind sich rund 80 Prozent aller Autofahrer nicht bewusst. Nach Schätzungen von Verkehrsexperten spielt bei nahezu jedem vierten Verkehrsunfall die Medikamenteneinnahme eine Rolle.

Da nicht jedes Grippe- und Erkältungsmittel für die Verkehrsteilnahme unbedenklich ist, sollten Autofahrer, bevor sie sich hinter das Lenkrad setzen, den Beipackzettel genau durchlesen. Verkehrsteilnehmer sollten bedenken, dass beim Medikamentennachweis als Unfallursache der Kaskoschutz der Kfz-Versicherung erlischt. Es drohen zudem ein Bußgeld, Punkte in Flensburg, unter Umständen ein Fahrverbot und in besonders schwerwiegenden Fällen auch eine Freiheitsstrafe. Wer erwischt wird, wird auch voll zur Verantwortung gezogen, ähnlich wie beim Fahren unter Alkohol- oder Drogenkonsum.

Nasentropfen beeinflussen die Fahrtüchtigkeit nicht, da sie lokal an der Nasenschleimhaut wirken. Anders sieht es jedoch bei Substanzen aus, die häufig in rezeptfreien Grippe- und Erkältungsmittel zu finden sind wie etwa ein Antihistaminikum, welche eine von Mensch zu Mensch sehr verschiedene Ermüdung verursacht.

Die Einnahme von starken Schmerzmittel bewirkt neben der Dämpfung der Schmerzempfindlichkeit auch eine Beeinträchtigung im Zentralnervensystem. Letztlich führt diese Beruhigung zur Fahruntüchtigkeit. Nicht selten bestehen manche Präparate auch aus einer Kombination mehrerer Substanzen und einige vor allem ältere Arzneien enthalten sogenannte Barbiturate, also Schlafmittel, die die Fahrtüchtigkeit nicht unerheblich beeinträchtigen können.

Viele Konsumenten vermuten in einem Schmerzmittel kein Schlafmittel und kommen von daher schon nicht auf die Idee, das Fahren zu unterlassen. Genehmigen sie sich neben der Arznei noch eine geringe Menge Alkohol, wie beispielsweise eine Flasche Bier, wird die Schlafmittelwirkung unkalkulierbar verstärkt.

In mehreren Hustenblockern findet man den Wirkstoff Dextrometorphan, welcher auch in der Drogenszene bekannt ist. Aber auch Codein und Dehydrocodein finden sich als weitere Opiatpharmaka in Hustenmitteln. Um Muskelschmerzen zu begegnen werden häufig Arzneien aus der Stoffgruppe der Tranquilizer  eingenommen. Sie können ebenfalls Müdigkeit und Schwindel auslösen und dämpfen ebenfalls das Zentralnervensystem.

Als häufige Nebenfolgen von Erkältungsarzneien treten auch Konzentrationsstörungen und leichte Benommenheit auf. Oftmals können auch eine erhöhte Empfindlichkeit der Pupillen und eine schlechte Koordination der Augen auftreten. Als Folge hiervon kann der betroffene Verkehrsteilnehmer den sogenannten Tunnelblick bekommen. Üblicherweise sieht er im Dunkeln schlechter als normalerweise und fühlt sich darüber hinaus häufiger vom Gegenverkehr geblendet.

Manche Erkältungsmittel enthalten Koffein. Zwar besitzt Koffein eine anregende Wirkung, welche aber rasch nachlässt. Andere Arzneien können Aufmerksamkeit, Konzentration, Reaktion, Gedächtnis, Motorik und Wahrnehmung beeinflussen.

Wer also einer Erkältung oder Grippe mit Arzneien zu Leibe rücken möchte, sollte im Zweifelsfall den Rat seines Arztes oder Apothekers einholen.

 

 

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