Die richtige Hautpflege im Alter

01 Juli 2015

Pixabay cosmetic oil 3493928 1920Unsere Haut ist mit etwa zwei Quadratmetern Fläche das größte Organ des Menschen und bildet die Schutzbarriere zwischen unserem Körper und der Umwelt. Daneben steht sie aber auch in vielfältiger funktioneller Beziehung zu unseren inneren Organen. Als lebenswichtiges Sinnesorgan gibt sie mit verschiedenen Rezeptoren Umweltreize an unseren Körper weiter.

Doch mit zunehmendem Lebensalter wird sie gegen äußere Einflüsse empfindlicher. Schuld daran sind altersbedingte Veränderungen. So hat unsere Haut mit zwanzig, dreißig, vierzig oder fünfzig Jahren unterschiedliche Bedürfnisse. Um auch im gehobenen Alter mit einem strahlenden Teint und frischer Haut zu überzeugen, ist ihre sorgfältige Pflege mit geeigneten Methoden und Präparaten angesagt. Diese sollten sowohl die speziellen Probleme als auch die Defizite alternder Haut berücksichtigen und sie so weitestgehend ausgleichen. So betrachtet beinhaltet die Pflege unserer Haut durchaus prophylaktische und therapeutische Aspekte und ist somit letztlich nicht nur eine kosmetische Maßnahme.

 

Mit den Lebensjahren verändert sich die Haut

Im Laufe des Lebens verändert sich vieles, auch unsere Haut. Mit zunehmendem Alter wird sie verletzlicher, ist weniger straff und wird dünner. Ihre Fähigkeit zur schnellen Regeneration ihres schützenden Oberflächenfilms schwindet. Da die Drüsen ihre Produktion zurückfahren, bekommt der Fettfilm der Oberhaut Risse. Dadurch wird die Haut trockener und kann ihre Aufgabe, den Körper vor Fremdkörpern zu schützen, nicht mehr so gut erfüllen. Zudem kann sie weniger Feuchtigkeit speichern. Infolgedessen lässt die Elastizität nach und führt zur Faltenbildung. Die Hautschichten liegen nicht mehr aufeinander sondern knautschen zusammen.

Von diesen Veränderungen ist nicht nur das Gesicht, sondern der gesamter Körper betroffen. Rissige Knie und Ellenbogen treten auf, die Beine sind häufiger geschwollen und fühlen sich schwer an, während das Gesicht oftmals fahl wirkt. Bereits kleinste Hautirritationen können im Alter zu Entzündungen, starkem Jucken oder sogar zu Ekzemen führen. Allerdings kann dem mit der richtigen Hautpflege gut vorgebeugt werden.

Ab etwa sechzig Jahren kann man bei den meisten Menschen von einer „Altershaut“ sprechen. Dieser Vorgang lässt sich nicht wirklich stoppen, da er naturgegeben ist. Allerdings kann man den Reifeprozess bremsen und das Risiko für Hautleiden senken.

 

Pflegegrundsätze für die reifere Haut

Um Hautproblemen entgegenzuwirken und vorzubeugen sind feuchtigkeitsspendende und rückfettende Produkte die richtige Wahl. Für die regelmäßige Reinigung der Haut eignen sich Duschen oder Vollbäder. Damit die Haut mit allen wichtigen Stoffen versorgt wird, sollte ein mildes Duschgel und Shampoo verwendet werden.

Bei der Reinigung und der anschließenden Pflege sollte auf Substanzen verzichtet werden, die Emulgatoren mit stark reinigender Wirkung enthalten. Vielmehr sollten die enthaltenden Emulgatoren mild sein, da sie sich dann mit den natürlichen Emulgatoren der Haut besser verbinden können.

Nach der Hautreinigung ist die Pflege mit feuchtigkeitsbindenden Produkten außerordentlich wichtig. Mit einer Körperlotion, einer Tagescreme fürs Gesicht und weiteren Cremes für den Body wird die nötige Feuchtigkeit wieder an die Haut zurückgegeben. Für die reifere Haut besonders gut geeignet sind Urea oder Glycerin, aber auch natürliche Stoffe wie Jojoba- oder Avocado-Öl.

Auch etwas Bewegung tut unserer Haut gut. Auch wenn anstrengende oder sportliche Betätigungen im fortgeschrittenen Alter nicht mehr möglich sind oder abgelehnt werden kann ein Spaziergang an der frischen Luft einen positiven Effekt auf unser Hautbild haben.

Daneben sollte auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr geachtet werden. Gerade ältere Personen trinken oftmals nicht genug. Dies liegt unter anderem daran, dass mit zunehmendem Alter das Durstgefühl nachlässt. So trinken viele Menschen ab Fünfzig einfach zu wenig. Dabei ist ausreichend Flüssigkeit gerade für eine gesunde Haut vonnöten. Empfohlen wird eine Menge von zwei Litern pro Tag. Am besten trinkt man diese gut verteilt über den Tag. Besonders geeignet sind Getränke wie stilles Wasser, Tee und auch Fruchtschorlen.

Steht dem Körper zu wenig Flüssigkeit zur Verfügung, lässt nicht nur die Feuchtigkeit und Elastizität der Haut nach, sondern auch Kopfschmerzen und eine Verminderung des Denkvermögens, wie beispielsweise Vergesslichkeit, können infolgedessen auftreten.

Letztlich ist für eine intakte Haut auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung angezeigt.

Fällt dem älteren Semester hingegen das Eincremen schwer, sind die Angehörigen bei der Hautpflege gefragt. Sie können helfen Rücken, Schultern, Arme und Beine der Betroffenen einzucremen. Gerade bei bettlägerigen Personen oder Rollstuhlfahrer sollten Angehörige gut auf deren Haut achten. Insbesondere am Kreuzbein, an den Fersen und Knöcheln treten häufig Druckstellen auf. Und bei Diabetikern sollten regelmäßig die Füße inspiziert werden.

 

Ursachen für eine juckende Haut

Richtige und gute Pflege macht Haut auch weniger anfällig für Juckreiz. Oftmals sind trockene Haut oder Hautkrankheiten wie zum Beispiel Neurodermitis nicht der einzige Grund für chronischen Juckreiz. Dahinter können sich auch Stoffwechselleiden wie Nierenschwäche, Diabetes oder bestimmte Lebererkrankungen verbergen. Ebenso Nervenerkrankungen oder Unverträglichkeiten auf Lebensmittel. Aber auch verschiedene Medikamente wie etwa Cholesterinsenker oder Blutdruckmittel können Juckreiz und Hautausschläge auslösen. Nicht selten führen chronische Hautleiden zu seelischen Nöten.

 

Erste Hilfe bei auftretendem Juckreiz

Oftmals tritt Juckreiz nachts auf und raubt Betroffenen den Schlaf. Wen wundert es, das Patienten, die seit Jahren unter diesem Problem leiden, sich in ihrer Haut nicht mehr wohlfühlen und einigen sogar aufs Gemüt schlägt. Der gut gemeinte Rat von Freuden oder der Familie „Hör auf zu kratzen“ hilft in solchen Situationen auch nicht gerade weiter, zumal der Drang sich zu kratzen, deshalb so stark ist, weil unser Gehirn das Kratzen belohnt, indem man sich in diesem Augenblick zufrieden und glücklich fühlt.

Auch der Willensstärkste kann auf Dauer dem Kratzreflex nicht widerstehen. Tritt aber Juckreiz auf, dann hilft es häufig, wenn man die entsprechende Stelle eincremt oder kühlt. Daneben helfen aber auch Ablenkung oder Entspannung durch Techniken wie autogenes Training oder progressive Muskelentspannung und das Kürzen der Fingernägel.

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