Schlaganfall - Schnelles Handeln rettet Leben

15 Oktober 2015

Fotolia 67462524 MJährlich erleiden in Deutschland laut Stiftung Deutsche Schlaganfallhilfe 270.000 Menschen einen Schlaganfall. Betroffen sind vor allem Frauen mit einem Anteil von 55 Prozent. Und 80 Prozent aller Schlaganfälle erleiden Menschen ab dem 60. Lebensjahr.

 

Dritthäufigste Todesursache

Hierzulande ist der Schlaganfall nach Krebs- und Herzerkrankungen die dritthäufigste Todesursache. Innerhalb des ersten Jahres versterben bis zu 40 Prozent der Betroffenen. Circa die Hälfte der überlebenden Patienten trägt dauerhafte Schäden davon. Rund 64 Prozent der überlebenden Patienten bleiben ein Jahr nach der Attacke gesundheitlich beeinträchtigt. Hiervon müssen wiederum 15 Prozent in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden. Der Schlaganfall ist auch die häufigste Ursache für eine erworbene Behinderung im Erwachsenenalter.

Wie schwer die langfristigen Folgen des Schlaganfalls sind, hängt stark davon ab, wie schnell Betroffene die richtige Hilfe bekommen. Ausgelöst wird ein Schlaganfall, wenn die Blutgefäße verstopft sind. Es entsteht ein plötzlicher Sauerstoffmangel. Mit jeder Minute sterben aufgrund dessen Gehirnzellen ab. Stark beeinträchtigt werden hierdurch die Hirnfunktion und damit auch die Steuerung des Körpers.

 

Warnsignale erkennen – Symptome ernst nehmen

Oft kommt es zu Bewusstseinsstörungen, kurzzeitige halbseitige Muskelschwäche oder Taubheitsgefühl in einem Arm oder Bein, halbseitigen Lähmungen, Lähmungen oder Taubheitsgefühle im Gesicht (so kann beispielsweise ein Mundwinkel herunterhängen) und Ausfallerscheinungen des Sprech- oder Sehvermögens. Der Betroffene spricht undeutlich, wiederholt Wörter oder kann Worte nicht mehr finden oder sprechen. Die Augen gehorchen nicht mehr. Es kann zu einem verschwommenen, doppelten oder eingeschränkten Sehen bis hin zu vorübergehendes Blindsein kommen. Daneben können aber auch Schluckstörungen, Schwindelanfälle, Gleichgewichtsstörungen sowie schlagartig stark einsetzende Kopfschmerzen und auch Bewusstlosigkeit auftreten.

Bei Frauen können auch weniger typische Anzeichen auf einen Schlaganfall hindeuten. Symptome sind Abgeschlagenheit, allgemeine Schwäche, Gliederschmerzen, Gedächtnisstörungen und Verwirrtheit.

Zu den großen Risiken zählen vor allem Bluthochdruck, Diabetes und das Vorhofflimmern, eine oft unbemerkte Herzrhythmusstörung.

 

Prüfen des Schlaganfall-Verdachts mittels FAST-Test

Um den Schlaganfall-Verdacht binnen weniger Sekunden zu prüfen, kann man den sogenannten FAST-Test machen. FAST steht dabei für Face (Gesicht), Arms (Arme), Speech (Sprache) und Time (Zeit).

Face: Bitten Sie den Betroffenen zu lächeln. - Ist das Gesicht einseitig verzogen, deutet dies auf eine halbseitige Lähmung hin.

Arms: Bitten Sie den Betroffenen, die Arme nach vorn zu strecken und dabei die Handfläche nach oben zu drehen. – Bei einer Lähmung können nicht beide Arme gehoben werden.

Speech: Bitten Sie den Betroffenen, einen einfachen Satz nachzusprechen oder einen Gegenstand zu benennen. – Ist die Person hierzu nicht in der Lage oder klingt die Stimme merkwürdig, liegt vermutlich eine Sprachstörung vor.

Time: Um bei einem Schlaganfall Leben zu retten oder bleibende Behinderungen zu vermeiden zählt jede Minute. – Wählen Sie daher unverzüglich den Notruf 112 und schildern die beobachteten Symptome.

 

In allen 28 Mitgliedstaaten der Europäischen Union ist die Notrufnummer 112 sowohl über das Festnetz als auch über Mobilfunknetze erreichbar.

 

 

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