Wie Sie Stolperfallen vermeiden

11 April 2017

Fotolia 42880297 MStolperfallen lauern fast überall. Vor allem wenn man nicht mehr so sicher auf den Beinen ist. Bei den über 65-Jährigen stürzt jeder dritte Mensch einmal im Jahr. Die gesundheitlichen Folgen sind meist gravierend.

So reichen sie von Prellungen bis zum Oberschenkelhalsbruch. Aber auch Brüche der Rippen, des Schlüsselbeins, des Handgelenks, der Unterarmknochen sowie Wirbelfrakturen kommen häufig vor. Bei rund zwanzig Prozent der Fälle ist danach medizinische Hilfe und schlimmstenfalls lebenslange pflegerische Betreuung unumgänglich.

Bedenkt man, dass neunzig Prozent der tödlich verlaufenden Stürze von Menschen über 65 Jahren in den eigenen vier Wänden geschehen, lohnt es sich – um Risiken zu minimieren - das Umfeld genauer unter die Lupe zu nehmen und die Augen offen zu halten.

 

Tipps gegen das Hinfallen

  • Auf dicke Teppiche und andere Stolperfallen wie lange Telefonkabel, Verlängerungsschnüre, Badematten oder Bettvorleger verzichten.
  • Bei Teppichen, Brücken oder Läufern darauf achten, dass keine Ecken hochstehen und einen Gleitschutz unterlegen oder aber mit doppelseitigem Klebeband sichern.
  • Rutschige Flächen auf Treppen sollte man mit Teppichfliesen rutschsicher machen.
  • An Treppen sollte man die erste und letzte Stufe der Treppe kennzeichnen und nach Möglichkeit auf beiden Seiten Handläufe anbringen.
  • Ausreichende Beleuchtung in den eigenen vier Wänden. Senioren müssen häufig nachts aus dem Bett und tappen dann meist im Dunkeln zur Toilette. Hier bieten Nachtlichter in den Steckdosen, die nicht einmal viel Strom benötigen, auf dem Weg zum Bad gute Dienste. Zudem sollten Leuchten so gewählt werden, dass sie einen nicht blenden.
  • Feuchtigkeit im Bad sofort entfernen.
  • Stabile Haltegriffe an Badewanne und/oder Dusche anbringen.
  • Wichtig ist auch, dass das Bad über eine ausreichend stabile Sitzgelegenheit verfügt.
  • Damit das Bad in der Wanne oder die Dusche nicht zu einer unerfreulichen Rutschpartie wird, kann Vorsorge mit Anti-Rutsch-Matten oder selbstklebenden Anti-Rutsch-Bänder getroffen werden.
  • Abfälle auf dem Fußboden wie Kartoffel- oder Apfelschalen sofort beseitigen.
  • Überkopf-Arbeiten vermeiden.
  • Keinesfalls den Stuhl der Leiterersatz verwenden. Er ist und bleibt ein Sitzmöbel. Vielmehr sollten Tritt und/oder Leiter im direkten Wohnumfeld – griffbereit – und nicht im Keller oder auf dem Dachboden abgestellt werden.
  • Ist eine Leiter beschädigt, sollte sie nicht mehr in Gebrauch genommen werden. Bei der Neuanschaffung von Tritt und Leiter ist auf das GS-Zeichen zu achten. Produkte die mit dem Siegel „geprüfte Sicherheit“ ausgezeichnet sind ermöglichen so den sicheren Auf- und Abstieg.
  • Hilfe bei alltäglichen Arbeiten annehmen.

 

Besonders wichtig und wenig beachtet: Die Hausschuhe. Nichts gegen schöne puschelige Pantoffeln. Aber wenn sie eine Minderung der Sicherheit darstellen sollten sie ausgemustert werden. Denn schlecht sitzende Hausschuhe können zu wirklich schweren Verletzungen führen. Der ideale Hausschuh für Senioren verfügt über einen flachen Absatz und eine Profilsuche, die auch auf glatten Böden guten Halt bietet und so vor dem gefährlichen Ausrutschen schützt. Damit aber auch ein Umknicken oder auch ein ungewolltes Herausschluppen vermieden wird, sollte die Ferse ausreichend Halt bekommen.

Gerade ältere Personen haben häufig viele Möbel und Gegenstände, die sich in einem langen Leben angesammelt haben. Ist die Wohnung aber zu vollgestellt wird ein sicheres und stolperfreies Durchkommen verhindert. Um ungehindert durch einen Raum zu gelangen, sollte vor jedem Möbelstück Platz von etwa 1,20 Metern verbleiben. Ist dies nicht gegeben, lohnt es sich darüber nachzudenken, ob zugunsten der eigenen Sicherheit nicht auf das eine oder andere Möbelstück verzichtet werden kann.

Um Verletzungen durch Stürze zu vermeiden, ist es zudem wichtig, auch im Alter eine gute körperliche Fitness zu erhalten. Schon der regelmäßige Spaziergang kann Kraftmangel und Gebrechlichkeit im Alter und damit auch Stürzen vorbeugen. Außerdem sollten Augen und Ohren regelmäßig untersucht und Schwächen mit Seh- und Hörhilfen korrigiert werden. Falls notwendig, sollte auch ein Haus-Notruf-System eingerichtet werden, mit dem Hilfskräfte im Bedarfsfall alarmiert werden können.

 

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