Gedächtnistraining - So bleiben Sie geistig fit

21 September 2017

Viele Menschen haben die Vorstellung, dass die Leistungsfähigkeit des Gehirns mit zunehmendem Alter stetig abnimmt. Doch das trifft nicht zwangsläufig zu. Durch Gedächtnisübungen, der Beschäftigung mit neuen Aufgaben und Herausforderungen wird unser Denkorgan trainiert und die Wahrscheinlichkeit, dass dessen Leistungsfähigkeit erhalten bleibt, steigt.

Im Laufe des Lebens ist unser Gehirn ständig im Umbruch begriffen. Ständig bilden sich neue Verknüpfungen zwischen den einzelnen Nervenzellen. Neues Wissen wird integriert und alte Inhalte werden neu strukturiert. Die Zahl unserer Gehirnzellen ist so groß, dass die Funktion von abgestorbenen Zellen in der Regel von anderen übernommen werden kann. Hierzu müssen sich neue neuronale Verknüpfungen bilden.

Zwar nimmt mit dem Alter die Fähigkeit des Gehirns, neue neuronale Verbindungen herzustellen, tendenziell ab, was sich in der Gedächtnisleistung bemerkbar macht. Daher ist auch eine gewisse Altersvergesslichkeit als normal anzusehen. Jedoch muss es im Alter nicht zwingend zu einem Verfall der geistigen Fähigkeiten und des Gedächtnisses kommen. Der Schlüssel hierzu ist, dass unser Denkapparat ständig mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird, damit sich neue Verbindungen zwischen den Nervenzellen bilden.

Dieser Prozess wird durch regelmäßiges Gedächtnistraining, dem Erlernen neuer Fähigkeiten oder Tätigkeiten, gefördert. Dabei spielt es keine Rolle, ob man ein neues Hobby beginnt, sich eine Sprache aneignet oder das Jonglieren erlernt. In jedem Fall wird das Gehirn durch neue Aktionen gefördert, ähnlich wie ein Muskel trainiert wird. Entscheidend hierfür ist nur ein aktives und gesundes Leben.

 

Tipps, wie Sie die Gedächtnisleistung verbessern

Obwohl das Gehirn nur etwa zwei Prozent unseres Körpergewichtes ausmacht, benötigt es rund einen Viertel unseres Sauerstoffverbrauchs. Allein deshalb sollte man sich schon viel frische Luft gönnen. Ebenso sehr sensibel reagiert unser Denkorgan auf Flüssigkeitsverlust. Wer zu wenig trinkt, ist weniger konzentriert. Gleichsam benötigt unser Geist Nahrung. So gibt es Hinweise darauf, dass eine gesunde Ernährung die Alterung des Gehirns bremst. Unter anderem scheinen dabei Vitamine und Omega-3-Fettsäuren, wie sie vor allem in Fisch vorkommen, wichtig zu sein.

Aber auch sportliche Betätigung wirkt sich positiv auf das Gehirn aus. So schneiden bei Hirnleistungstests körperlich fitte Personen deutlich besser als nicht fitte ab. Durch den Sport wird das Nervenwachstum angeregt. Günstig sind hierbei vor allem Ausdauersportarten. Studienergebnisse deuten darauf hin, dass sportliche Betätigung nicht nur für eine bessere Durchblutung des Gehirns sorgt, sondern sich zudem positiv auf das Wachstum auswirkt.

Des Weiteren verbessern soziale Kontakte die Hirnleistung. Kaum etwas regt unser Gehirn so an wie der Kontakt und lebhafte Austausch mit anderen Menschen. Unser Gehirn ist dazu gemacht, sich mit anderen auseinanderzusetzen. Schon ein Gespräch ist deshalb geistiges Training. Gehen Sie raus, treffen Sie Freunde und Bekannte und knüpfen Sie neue Kontakte. Besuchen Sie Theater- und Musikvorstellungen, lernen ein Musikinstrument oder nehmen an einem Tanzkurs teil. Das hält geistig jung.

Suchen Sie sich etwas, was Ihnen Freude bereitet. Was auch immer Sie für ein gutes Gedächtnis tun, seinen Sie mit Spaß bei der Sache. Ob Sie ins Museum gehen, lieber mit den Enkeln Karten spielen oder einem Schachclub beitreten – wichtig ist, dass Sie Ihrem Kopf die Anregung geben, die er benötigt.

Kreuzworträtsel ist ein allseits beliebtes Mittel, um die grauen Zellen zu trainieren. Doch der tatsächliche Nutzen ist wahrscheinlich eher gering. Neue neuronale Verknüpfungen werden dabei wohl kaum gebildet. Effektiver könnte eventuell Sudoku sein. Denn beim Zahlenrätsel werden Fähigkeiten wie logisches Kombinationsvermögen trainiert. Gehirntraining am Computer mit Übungen zur Konzentration und geistiger Fitness sind eine perfekte Ergänzung.

Schon ein zehnminütiges tägliches Gedächtnistraining zeigt positive Effekte. Und es gibt viele kleine Übungen, die Sie wunderbar in den Alltag integrieren können.

 

Durch diese Alltagsübungen aktivieren Sie Ihre grauen Zellen

  • Lesen Sie regelmäßig Bücher, Zeitschriften und Zeitungen.
  • Lassen Sie beim Einkaufen die Einkaufsliste in der Tasche. Legen Sie, was Sie sich gemerkt haben, in den Einkaufswagen und vergleichen erst kurz bevor Sie zur Kasse gehen Ihren Einkauf mit der Liste.
  • Benutzen Sie ab und an die Hand, etwas beim Zähneputzen, die Sie sonst dafür nicht nehmen.
  • Tippen Sie mit dem Daumen auf die Fingerspitzen, vom Zeigefinger bis zum kleinen Finger und zurück. Erst eine Hand, dann die andere, dann beide zusammen. Fangen Sie langsam an und steigern mit der Zeit das Tempo.
  • Denken Sie sich einen Satz aus und sprechen Sie dessen Wörter laut in umgekehrter Reihenfolge.

 

Vergesslich: Sollte ich mich untersuchen lassen?

Dass man hin und wieder etwas vergisst, ist bis zu einem gewissen Grad ganz normal. Das Vergessen passiert nicht nur älteren Personen, sondern sucht auch junge Menschen heim. Allerdings kann eine Kontrolle beim Hausarzt dann sinnvoll sein, wenn andere einen auf die Vergesslichkeit ansprechen oder man sich selbst an seiner Vergesslichkeit stört. Bei Bedarf wird der Hausarzt den Patienten an einen Neurologen, Psychiater oder an eine Gedächtnissprechstunde überweisen. Die Spezialisten werden sodann versuchen den Ursachen für die Gedächtnisstörung auf den Grund zu gehen.

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