So kann man einem Schlaganfall vorbeugen

01 Februar 2018

In Deutschland erleiden etwa 270.000 Menschen jährlich einen Schlaganfall. Der Hirninfarkt ist der häufigste Grund für dauerhafte, erworbene Behinderungen und die dritthäufigste Todesursache. Rund 60.000 Menschen sterben jedes Jahr an den Folgen. Im Regelfall sind hiervon ältere Personen betroffen. Doch grundsätzlich tritt die Apoplexie in allen Altersgruppen auf – selbst Kinder leiden immer häufiger darunter.

Etwa 64 Prozent der überlebenden Personen sind im ersten Jahr nach der Attacke gesundheitlich beeinträchtigt. Und ungefähr 26.000 Patienten müssen dauerhaft in einer Pflegeeinrichtung versorgt werden.

Gewöhnlich heißt es nach einem Schlaganfall: „Er kam plötzlich, wie aus heiterem Himmel“. Stimmt jedoch nicht, denn oft war die Entwicklung vorhersehbar. Denn durch gezieltes Vorbeugen könnten rund 70 Prozent der Schlaganfälle vermieden werden. So beispielsweise durch die Behandlung von Krankheiten, die das Schlagfanfall-Risiko erhöhen. Hierzu zählen unter anderem Diabetes, Bluthochdruck und Vorhofflimmern, eine oftmals unbemerkte Herzrhythmusstörung.

Die Kontrolle von Risikofaktoren, eine ausgewogene Ernährung und ausreichende Bewegung sind die Eckpfeiler für die Vorbeugung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, wie dem Schlagfall.

 

Die Ursache für eine Apoplexie ist in der Regel ein Blutgerinnsel, welches eine Hirnarterie verstopft. Aufgrund dessen können wichtige Gehirnregionen nicht mehr mit Sauerstoff versorgt werden. In 15 Prozent der Fälle platzt ein Blutgefäß und löst so den Hirnschlag aus. Betroffene Personen berichten häufig, dass sie von Symptomen wie Sprachstörungen, Lähmungen und Kopfschmerzen überrascht wurden.

 

Tipps zur Prävention

Dennoch kann jeder Mensch selbst einiges tun, um dem Schlaganfall vorzubeugen. Nachfolgend zeigen wir die wichtigsten Maßnahmen auf:

 

  1. Mit dem Rauchen aufhören

Nikotin verengt die Blutgefäße und erhöht somit den Blutdruck. Tatsache ist, dass Raucher ein doppelt so hohes Schlaganfall-Risiko wie Nichtraucher haben. Bereits eine Zigarette täglich erhöht das Hirninfarkt-Risiko. Besonders massiv nimmt die Gefahr zu, wenn man die Pille nimmt und/oder übergewichtig ist.

 

  1. Vermeiden Sie auch das Passiv-Rauchen

Wie eine wissenschaftliche Untersuchung mit mehr als 20.000 Teilnehmern belegt, erhöht das Passiv-Rauchen das Schlaganfall-Risiko um ein Drittel.

 

  1. Bluthochdruck vermeiden

Hauptrisikofaktor für eine Apoplexie ist ein erhöhter Blutdruck. Bluthochdruck verursacht keine Schmerzen und die einige Möglichkeit ihn zu entdecken besteht in der Blutdruckmessung. Aus diesem Grunde sollte man den Blutdruck regelmäßig kontrollieren und erhöhte Werte behandeln lassen.

 

  1. Bei Übergewicht abnehmen

Ebenso ist auch Übergewicht ein wesentlicher Risikofaktor für Schlaganfälle. Von Übergewicht spricht man, wenn der Body-Mass-Index (BMI) über 25 liegt. Wer zu viele Kilos auf die Waage bringt, sollte infolgedessen abnehmen. Besser als eine kurzfristige Diät ist eine langfristige Ernährungsumstellung. Am besten in Kombination mit Bewegung. Jedoch sollten ältere Personen vor dem Abnehmen besser mit ihrem Arzt Rücksprache nehmen und abklären in welchem Umfang eine Gewichtsreduktion sinnvoll ist.

 

  1. Sport und Bewegung

Eine ausreichende Bewegung beugt dem Schlagfanfall-Risiko vor. Ein schweißtreibendes Training muss es nicht sein. Ein flotter Spaziergang, Wandern, Nordic Walking, Schwimmen und Radfahren reichen bereits. Jedoch sollte man sich dreimal in der Woche für mindestens eine Stunde bewegen.

 

  1. Alkoholkonsum einschränken

Gemäß einer durchgeführten Studie erhöht sich das Schlaganfall-Risiko um fast ein Viertel wenn viel und regelmäßig Alkohol konsumiert wird. Gegenüber Nichttrinkern oder gemäßigten Alkoholkonsumenten ist diese Personengruppe besonders häufig von einem tödlichen Verlauf des Schlaganfalls betroffen. Zudem ist das Risiko für eine Hirnblutung innerhalb der ersten Stunde nach dem Alkoholtrinken doppelt so hoch wie normal.

 

  1. Weniger tierische Fette

Da die gesättigten Fettsäuren die Tendenz aufweisen, die Blutgefäße zu schädigen, sollte man tierische Fette wie Wurst und Fleisch, aber auch Käse nur in Maßen verzehren. Besser sind pflanzliche Fette und generell gilt: Öfter mal Fisch essen. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät dazu, dass der Anteil von Fetten aus tierischen Produkten weniger als zehn Prozent an der täglichen Energieaufnahme betragen sollte.

 

  1. Auf Cholesterin achten

Der Gesamtcholesterinwert sollte für Gesunde unter 200 mg/dl, das LDL-Cholesterin unter 130 mg/dl und das HDL-Cholesterin über 40 mg/dl für Männer und über 50 mg/dl für Frauen liegen. Bei einem Cholesterinwert über 240 mg/dl ist das Schlaganfall-Risiko bereits um das Zweieinhalbfache erhöht.

 

  1. Viel Obst und Gemüse

Beide enthalten eine Fülle an Vitalstoffen. In ihrer natürlichen Kombination sind sie für gesunde Gefäße, eine optimale Fließfähigkeit des Blutes, der Immunabwehr und des allgemeinen Gesundheitszustandes kaum zu ersetzen.

 

  1. Stress vermeiden

Oftmals tritt eine Hirnblutung nach einem besonders stressigen Ereignis auf. Daher sollte man unnötigen Stress so weit wie möglich vermeiden und öfter richtig entspannen.

 

Während man den persönlichen Lebensstil positiv beeinflussen kann, gibt es aber auch Risikofaktoren, auf die man keinen Einfluss nehmen kann. Hierzu zählen zum einen die Gene (Vererbung), aber auch das Alter. Hingegen schwierig zu beeinflussen ist die Umweltbelastung. Wie eine Studie aufdeckte wird durch den Feinstaub in der Nähe von vielbefahrenen Straßen (erhöhte Schadstoffkonzentration) das Schlaganfall-Risiko um circa ein Drittel erhöht.

 

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