Neue Studie: Schon geringe Mengen Alkohol sind schädlicher als gedacht

11 Mai 2018

Pixabay wine 933236 1920Eine neue weltweit angelegte britische Studie kommt zu dem Schluss, dass bereits eine kleine Menge Alkohol die Lebenserwartung verkürzen kann. Das berichtet ein internationales Forscherteam im Fachblatt ‚The Lancet‘.

Hierfür wurden von den Forschern 83 Studien aus 19 wohlhabenden Ländern analysiert und sowohl die Trinkgewohnheiten als auch die Gesundheitsdaten von über 600.000 Probanden ausgewertet. Abstinenzler waren von der Teilnahme ausgeschlossen und die teilnehmenden Personen wurden mindestens ein Jahr lang beobachtet. Bei der Analyse der Daten wurden Aspekte wie Alter, Geschlecht, Bildungsstand, Tabakgenuss, Diabetes und andere Faktoren, die mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Zusammenhang stehen, berücksichtigt.

 

Wer länger leben möchte, sollte auf kontinuierlichen Alkoholgenuss verzichten

Die Ergebnisse sind alarmierend. Wie sich zeigte, lag die obere, sichere Grenze des wöchentlichen Alkoholkonsums bei 100 Gramm. Dies entspricht etwa zweieinhalb Liter Bier oder fünfeinhalb Gläser Wein.

Männer und Frauen, die geringfügig mehr Alkohol konsumierten, erhöhten bereits ihr Sterberisiko. So verkürzte sich die Lebenserwartung bei einem wöchentlichen Konsum von zehn oder mehr alkoholischen Getränken um zwei Jahre und bei 18 und mehr alkoholischen Getränken um vier bis fünf Jahre.

Damit aber nicht genug. So wirkt sich ein erhöhter Alkoholgenuss auch negativ auf Herz und Kreislauf aus und die Risiken für Bluthochdruck, Herzschwäche, Schlaganfall, und einem tödlichen Aorten-Aneurysma nehmen zu.

 

Geltende Alkoholrichtwerte sind zu hoch

Der Untersuchung zufolge, sind die Richtwerte für den Alkoholkonsum zu hoch. In vielen Ländern liegt der wöchentliche Alkoholrichtwert, also die maximal tolerierbare Menge, deutlich über 100 Gramm. Auch hierzulande gelten laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) 140 Gramm für Männer und 70 Gramm für Frauen als tolerierbar. Experten fordern daher eine Korrektur der Alkoholrichtwerte nach unten.

 

Fazit

Im Volksmund heißt es: „Ein Gläschen in Ehren, kann keiner verwehren“. Dieser Spruch einmal pro Woche angewandt ist für die Gesundheit nicht schädlich. Doch umdenken sollten all die Menschen, die mehrmals wöchentlich oder gar täglich zum Glas greifen.

Generell sollte man sich vor Augen halten, dass Alkoholrichtwerte als Grenze und nicht als Ziel verstanden werden.

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