Ambulante Pflege - In den eigenen vier Wänden gut versorgt

21 August 2016

Der Wunsch vieler älterer Menschen möglichst lange in den vertrauen eigenen vier Wänden weiterhin leben zu wollen, ist verständlich. Doch wenn die Mobilität nachlässt und man stets weniger alltägliche Dinge selbst verrichten kann, wird fremde Hilfe unumgänglich. Vielfach springen dann erst einmal die Angehörigen ein und übernehmen das Einkaufen, das Putzen der Wohnung und die Zubereitung der Mahlzeiten, Später dann vielleicht auch noch die Körperpflege und viele andere Dinge mehr.

Knapp drei Viertel aller pflegebedürftigen Personen werden von Angehörigen zu Hause gepflegt und betreut. Häufig sind die Pflegepersonen die Partner und befinden sich somit selbst in einem Alter, in dem die Pflege schwer fällt, oder es sind die Kinder, die oftmals auch noch berufstätig sind und ihre eigene Familie haben. Diese stehen unmittelbar vor einem Spagat, indem sie neben der eigenen Familie und Berufstätigkeit die Pflege der Eltern übernehmen müssen. Dies bleibt meist nicht ohne Folgen: So stoßen viele Angehörige mit der Zeit an ihre körperlichen und seelischen Grenzen.

Wenn die Pflege der Mutter, des Vaters oder einen anderen nahen Verwandten zur Belastung wird, kann ein ambulanter Pflegedienst eine Alternative sein. Bei der Auswahl eines geeigneten Pflegedienstes kann ein unverbindliches Beratungsgespräch, welches von allen Dienstleistern angeboten wird, Hilfestellung bieten. Hierbei werden sowohl die verschiedenen Leistungsmöglichkeiten als auch die Kosten vorgestellt. Findet das Beratungsgespräch in der häuslichen Umgebung der Pflegeperson statt, bietet dies den Vorteil, dass sich das Unternehmen ein Bild von den örtlichen Gegebenheiten bilden kann. Die Voraussetzungen für eine Pflege lassen sich auf diesem Wege besser einschätzen.

Generell sollte man in ein solches Gespräch nicht unvorbereitet gehen. Um im Gespräch gezielt Antworten zu erhalten, sollten vor dem Treffen Fragen und Anregungen notiert werden. So zum Beispiel:

  • welche Leistungen benötigt werden
  • wie hoch der Pflegebedarf ist
  • sind Zusatzleistungen (je nach Krankheitsbild) erforderlich
  • wie häufig man täglich versorgt wird
  • bietet der Pflegedienst alle notwendigen Hilfen an
  • zu welchem Zeitpunkt die Pflege übernommen werden kann
  • wie sieht es mit den Versorgungszeiten aus – sind diese flexibel wählbar
  • kommt stets dieselbe Pflegekraft
  • welche Tätigkeiten werden von ausgebildeten Fachkräften, welche von Hilfskräften ausgeführt
  • sind die Mitarbeiter immer pünktlich und über welche Qualifikation verfügt die Pflegekraft
  • wie ist es mit der Fluktuation im Unternehmen bestellt
  • können einzelne Einsätze abgesagt oder zusätzlich bestellt werden
  • werden Leistungen auch an Sonn- und Feiertagen erbracht
  • ist in Notfällen jemand rund um die Uhr erreichbar
  • wie hoch ist der zu tragende Eigenanteil
  • wird ein Vertrag auf Probe angeboten
  • gibt es eine Kontaktperson für Wünsche und Beschwerden

Ferner sollten sich Angehörige eine genaue Aufstellung der Kosten geben lassen. Durch diese und die im Gespräch erhaltenen Informationen können zu einem späteren Zeitpunkt verschiedene Angebote von ambulanten Pflegediensten miteinander verglichen werden. Ein weiterer wesentlicher Punkt, denn grundsätzlich sollten Gespräche mit verschiedenen Dienstleistern geführt werden.

Grundsätzlich sollte ein umfassendes Erstgespräch mindestens eine Stunde Zeit in Anspruch nehmen. Keinesfalls sollte dabei ausschließlich im Vordergrund stehen, was die pflegebedürftige Person an konkreten Hilfsmaßnahmen benötigt, sondern auch, welche Leistungen für die Angehörigen wichtig sind, um wirkungsvolle Entlastung zu finden.

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