Grippe: Erhöhter Schutz durch Vierfach-Impfstoff

01 November 2018

Pixabay ginger 1918107 1920Die echte Virusgrippe (Influenza) ist keine einfache Erkältungskrankheit, sondern eine schwerwiegende Erkrankung, Allein in Deutschland sind jährlich viele hunderttausend Menschen betroffen. Gefürchtet werden vor allem Komplikationen, wie Lungenentzündung oder Herzmuskelentzündung. Den besten Schutz gegen die Grippe bietet nur eine Impfung.

Besonders viele Krankheitsfälle wurden in der vergangen Saison verzeichnet. Ursächlich hierfür war, dass mehr als die Hälfte aller Grippe-Erkrankungen durch den Virustyp verursacht wurde, der nicht im Dreifachwirkstoff enthalten war. So erkrankten trotz einer Impfung viele Menschen.

Seit einigen Jahren rotieren vier verschiedene Virustypen und die Weltgesundheitsorganisation (WHO) legt für die kommende Grippe-Saison fest, welche aktuellen Varianten dieser vier Typen in den Grippe-Impfstoffen verwendet werden sollen. Wie schwierig die Prognose der richtigen drei Virustypen ist, zeigt ein Blick auf die vergangene Grippe-Saison.

Damit sich dieser Zustand nicht wiederholt wird die Grippeschutzimpfung in Deutschland ab dieser Saison mit einem Vierfach-Impfstoff erfolgen. Dies hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) von Ärzten, Krankenhäusern und Krankenkassen im Frühjahr dieses Jahres in Berlin entschieden. Diese Entscheidung ist für alle gesetzlichen Krankenkassen bindend. Seit dem Jahr 2007 gehören Grippeimpfungen zum verpflichtenden Leistungskatalog der gesetzlichen Kassen. Sie werden für alle Gruppen übernommen, denen die Impfung explizit empfohlen wird.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Impfung für alle Menschen über 60 Jahre, für Immunschwache und chronisch Kranke, für Schwangere sowie für Medizin- und Pflegepersonal. Des Weiteren werden auch Personen zur Grippeimpfung geraten, die beruflich mit sehr vielen Menschen in Kontakt.

Wer nicht zu diesem Personenkreis zählt, bekommt die Impfung mit dem Vierfach-Wirkstoff nicht unbedingt erstattet. Gesetzlich Versicherte bekommen in der Regel nur den herkömmlichen Dreifach-Impfstoff. Jedoch übernehmen manche Krankenkassen die Kosten auch für alle Versicherten. Aber auf Wunsch kann man den breiteren Vierfachschutz auch aus eigener Tasche begleichen.

Als besten Zeitraum für die jährliche Grippeimpfung werden die Monate Oktober und November empfohlen. Bis der Körper einen ausreichenden Schutz gegen die Vieren aufgebaut hat, dauert es etwa zwei Wochen. In den letzten Jahren begann die Grippe meist um die Jahreswende und dauerte bis Ende März. Da sich der Grippeschutz im Laufe der Zeit wieder abbaut, sollte man sich aber auch nicht zu früh impfen lassen, denn in einem solchen Fall ist man zum Hochpunkt der Grippewelle dann schlechter geschützt.

Eine Grippe äußert sich mit erkältungsartigen, aber vergleichsweise heftigen Symptomen. Sie beginnt plötzlich und dauert meist zwei bis drei Wochen. Wer vermutet, sich angesteckt zu haben, sollte sicherheitshalber zum Arzt gehen. Anstecken kann man sich schnell. Größtenteils werden die Viren durch Händeschütteln, häufig auch durch ungeschütztes Niesen und Husten verbreitet. Doch durch einfache Hygieneregeln lässt sich das Ansteckungsrisiko deutlich verringern:

  • Häufiges Händewaschen
    Mit Seife, bei fließendem Wasser, etwa 20 bis 30 Sekunden lang. Dabei auch auf die Reinigung zwischen den Fingern achten. Die Hände sollten stets gewaschen werden, wenn man von draußen kommt, vor dem Essen und dem Zubereiten von Speisen und nach jedem Toilettengang.

  • Richtiges Husten und Niesen
    Die alte Regel „Hand vor dem Mund“ ist inzwischen überholt. Denn die Viren bleiben an der Hand haften und übertragen sich so schnell auf Gegenstände und Personen. Besser ist es in ein Einmal-Taschentusch zu niesen oder zu husten beziehungsweise in die Armbeuge des Ärmels.

  • Regelmäßiges Lüften
    Da sich in geschlossenen Räumen die Zahl der Viren stark vermehren, sollte man regelmäßig Lüften.

 

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