Sturzprophylaxe - So lassen sich Stürze bei Schnee und Glatteis vermeiden

11 Januar 2019

Pixabay winter 1127201 1920Besonders für Senioren ist Schnee und Eis gefährlich. Denn bei möglichen Stürzen vermögen sie es nicht mehr so gut sich schnell und gut abzustützen. Daher sollten Personen, die Probleme beim Gehen haben, bei Wetter dieser Art möglichst daheim bleiben. Und wenn es gar nicht anders geht, raten Orthopäden und Unfallchirurgen – um Stürze zu vermeiden - zum sogenannten Pinguin-Gang.

Dabei handelt es sich um einen an die Witterungsverhältnisse angepassten Gang, bei dem man sich äußerst langsam mit nur sehr kleinen Schrittlängen über den Boden schiebt. Im Normalfall liegt der Körperschwerpunkt beim Gehen genau in der Körpermitte, verteilt auf beide Beine. Wenn die Beine das Körpergewicht tragen, stehen sie nicht im rechten Winkel zum Boden. Bei Schneematsch, Glatteis und Blitzeis kann dies zu schweren Stürzen führen. Prellungen, Platzwunden, Bänderdehnungen und Knochenbrüche sind an der Tagesordnung. Besonders folgenreich sind Stürze auf den Kopf oder auf die Hüfte. Als Folge kann es entweder zu einem schweren Schädel-Hirn-Trauma oder zu einem komplizierten Oberschenkelhalsbruch kommen.

Beim Pinguin-Gang schiebt man hingegen sein Körpergewicht stets über das vordere Bein und tritt mit ganzer Sohle auf. Der auftretende Fuß sollte dabei leicht nach außen zeigen. Das belastete Bein steht somit im rechten Winkel zum Boden. Und die leicht nach vorn geneigte Körperhaltung sieht zwar etwas merkwürdig aus, sorgt aber so für mehr Stabilität.

Sofern der Untergrund spiegelglatt ist, raten Mediziner zudem, sich bei einer anderen Person unterzuhaken. Ist dies nicht möglich, sollte man sich an einer Häuserwand oder einem Geländer vorsichtig entlangtasten. Ferner sollte man bei Schnee und Glatteis nur Schuhe mit Profil tragen, da sie einen deutlich besseren Halt bieten. Winterschuhe ohne Profil können mit Spikes, auch als Anti-Rutsch-Sohlen bezeichnet, aufgerüstet werden. Sie lassen sich schnell und unkompliziert auch an normalen Schuhen befestigen und schützen so vor einem ausrutschen.

Falls es dennoch unglückerweise zu einem Sturz kommen sollte, sollte man die Unterarme vors Gesicht halten und die Hände nach vorne ausstrecken. So kann man sich einerseits abfangen und andererseits den Kopf schützen. Fällt man jedoch nach hinten, gilt es, den Rücken – so gut wie es geht – rund zu machen und das Kinn zur Brust zu drücken. Darüber hinaus ist es zudem äußerst wichtig, alle Taschen und sonstigen Gegenständen auf der Stelle fallen zu lassen. Denn nur so sind Arme und Hände frei.

Allein in Deutschland ereignen sich jährlich rund fünf Millionen Stürze. Davon geht der Deutsche Turnerbund (DTB) aus, der sich auch um die Sturzprophylaxe kümmert. Demzufolge nimmt das Risiko eines Sturzes im Rentenalter merkbar zu. Etwa 30 bis 40 Prozent der über 65-Jährigen, und über 50 Prozent der über 90-Jährigen können sich nicht mehr sicher auf den Beinen halten und fallen ungewollt. Dadurch erleiden pro Jahr circa 125.000 betagte Personen einen Oberschenkelhalsbruch. Rund 20 Prozent der davon Betroffenen werden pflegebedürftig.

 

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