Wohnungsnot: Steigende Mieten werden für Senioren zum Problem

01 Mai 2019

Pixabay wallet 2292428 1920In Deutschland wird bezahlbarer Wohnraum knapp. Besonders in den Großstädten steigen die Mieten und wenn diese weiter steigen, können sich viele Rentner das Wohnen dort kaum noch leisten. Das Wohnen im Alter könnte in deutschen Städten unbezahlbar werden. Eine gefährliche Entwicklung für behinderte und betagte Menschen.

In der nahen Zukunft könnten von diesem enormen Problem Millionen Rentner betroffen sein: Denn sinkende Renten treffen auf steigende Mieten. Altersgerechte und bezahlbare Wohnungen werden zur Mangelware. Schon jetzt steuert man hierzulande sehenden Auges auf eine „graue Wohnungsnot“ zu. Denn die Mieten in Deutschlands Großstädten kennen nur eine Richtung: Sie steigen ständig.

Während junge, gutverdienende Berufstätige die hohen Mieten gerade noch stemmen können, sehen sich die gegenwärtigen Rentner vor einer großen Herausforderung gestellt. Schon jetzt fragen sich viele von ihnen, ob sie sich auch zukünftig ihre Heimatstadt noch leisten können. Doch was ist mit den Senioren von Morgen? Sie werden von deutlich weniger Rente leben müssen.

Weil die geburtenstarken Jahrgänge in den nächsten Jahren in Rente gehen, wird die Zahl der Senioren von heute knapp 18 Millionen bis zum Jahr 2035 auf etwa 24 Millionen Bürger steigen. Das wären nach Adam Riese sechs Millionen Rentner mehr. Viele von ihnen werden davon keine 45 Jahre durchgängig gearbeitet und aufgrund befristeter Arbeitsverhältnisse auch kaum privat vorgesorgt haben. Selbst für Akademiker, die erst mit 30 Jahren im Berufsleben angefangen haben wird es schwer.

Der Anteil der Senioren, die ergänzende Grundsicherung zum Lebensunterhalt benötigen, dürfte von aktuell drei Prozent auf über 25 Prozent steigen. Damit droht jedem vierten Rentner Altersarmut.

Umzug ist eine Alternative. Die Frage ist: Wohin? Augenblicklich wohnt ein Senior im Durchschnitt auf 59 Quadratmetern und ein durchschnittlicher Bundesbürger auf 46 Quadratmetern. Doch dabei geht es in den Großstädten eng zu. Nicht selten teilen sich mehrere Kinder ein Kinderzimmer oder Eltern nutzen das Wohnzimmer auch als Schlafzimmer. Hingegen leben viele Senioren oft in zu großen Wohnungen, in denen sie früher mit der ganzen Familie lebten. Auch wenn die Kinder ausgezogen sind oder der Partner verstorben ist, bleiben wie weiter in der vertrauten Wohnung.

Die schier einfachste Lösung wäre der Umzug in eine kleinere Wohnung. Doch häufig scheitert dies an den Mietkosten. Mitunter sind die alten Wohnungen sogar günstiger. Infolgedessen verbleiben Senioren in der großen Wohnung so lang wie möglich wohnen, obwohl diese für ihre Bedürfnisse gar nicht mehr passen. Nur derjenige, wer sich seine bisherige Mietwohnung nicht mehr leisten vermag, wird gerade in den teuren Großstädten gezwungen sein, nicht nur die Wohnung, sondern auch den Wohnort, zu wechseln.

Zwar werden gerade in den größeren Städten vermehrt Mini-Wohnungen hochgezogen. Doch solche Wohnungen mit rund 30 Quadratmetern und allerlei Service-Schnick-Schnack kosten dann auch 1.300 Euro monatlich, während die deutsche Durchschnittsrente gerade mal bei etwa 1.400 Euro liegt. Da liegt es auf der Hand, dass solche Mieten nicht zu bezahlen sind.

Vor diesem Hintergrund fordert Matthias Günter, Vorstand des Pestel-Instituts in Hannover, ein Förderprogramm für rund drei Millionen Wohnungen die bis zum Jahr 2030 zusätzlich altersgerecht neu oder umgebaut werden müssten. Die Kosten hierfür werden auf circa 50 Milliarden geschätzt. Der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel hofft nun auf Aufträge.

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