Neue Hoffnung bei Parkinson - Immuntherapie

11 Mai 2019

Pixabay vaccine 3741296 1920Stets mehr Menschen erkranken an Morbus Parkinson. Auftretende Symptome sind Schlafstörungen, Zittern, Muskelsteifheit, Gleichgewichtsstörungen und Depressionen. Sie ist die weltweit am schnellsten zunehmende neurologische Erkrankung und nur innerhalb einer Generation hat sich die Zahl der Patienten mehr als verdoppelt. Von 2,5 Millionen Betroffen im Jahr 1990 auf 6,1 Millionen Menschen im Jahr 2016. Dies berichteten Wissenschaftler um Ray Dorsey von der University of Rochester (US-Staat New York) im Fachblatt The Lancet Neurology, im vergangenen Herbst. Schätzungen zufolge sind hierzulande zwischen 200 bis 400 Tausend Menschen von der Nervenkrankheit betroffen.

Erklärt wird diese Entwicklung mit einer global zunehmenden Lebenserwartung und besseren Diagnosemöglichkeiten. Da die Zahl der an Parkinson Erkrankten in China besonders stark gewachsen ist und sich parallel zur Industrialisierung entwickelte, vermutet man, dass auch Umweltfaktoren eine bedeutende Rolle spielen. So sollen zum Beispiel Pestizide das Risiko für eine Erkrankung erhöhen.

In einem kleinen Teil des Gehirns, der sogenannten Substantia nigra produzieren Nerven den Botenstoff Dopamin. Dieser ist für die Steuerung von Bewegungen wichtig. Bei Morbus Parkinson sterben die Nervenzellen nach und nach ab. Es kommt zu einem Dopamin-Mangel. Dafür sind Ablagerungen, die aus verklumpten Eiweißmolekülen bestehen, verantwortlich. Das Eiweiß heißt Alpha-Synuclein. Seine Funktionen sind noch nicht umfassend erklärt. Allerdings weiß man, dass es bei der Kommunikation von Nervenzellen eine entscheidende Rolle spielt.

Bisherige Therapien konzentrierten sich primär auf dem Ausgleich des Dopamin-Mangels mittels Medikamente. Sie regen die Dopamin-Produktion an, behindern dessen Abbau oder ersetzen den Botenstoff. Um einen langfristigen Erfolg zu erzielen, werden sie einzeln oder in Kombination verordnet. In den letzten Jahren ist das Therapiespektrum ständig gewachsen und man konnte die Lebensqualität der Betroffenen deutlich verbessern. Jedoch ist die neurologische Erkrankung bislang nicht heilbar.

Hoffnung bereiten neue Ansätze wie die Immuntherapien. Bei diesen Therapien sollen speziell injizierte Antikörper sich an die verklumpenden Proteine binden, diese aus dem Gehirn entfernen und so die Nervenzellen retten. Hierzu laufen zurzeit zwei Studien. Mit den ersten Ergebnissen rechnet man Mitte des nächsten Jahres. Doch schon jetzt berichteten die Forscher, dass sich in einer ersten Studie mit 90 Beteiligten sich gezeigt hätte, dass die Synuclein-Werte im Blut abnehmen und der Wirkstoff sicher sei.

Einen anderen Ansatz verfolgt eine österreichische Firma. Durch eine Impfung soll der Körper angeregt werden, selbst Antikörper gegen Alpha-Synuclein zu bilden.

Allerdings wird vor überzogenen Hoffnungen gewarnt, denn bislang liegen noch keine Daten dazu vor, ob eine Reduktion des Alpha-Synucleins die Symptome bessern können. Aber selbst dann, wenn die Therapien das Fortschreiten der Erkrankung nur verlangsamen würden, wäre dies schon ein außerordentlicher Erfolg.

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