Praktische Dienstleistung: Einkaufsservice für Senioren

01 August 2019

Pixabay shopping cart 1080840 1920Der wöchentliche Einkauf zählt zu denjenigen Tätigkeiten, die im Alltag mit der Zeit zu einer Selbstverständlichkeit werden. Zum einen ist Einkaufen eine Notwendigkeit, zum anderen aber auch ein Stück weit gesellschaftliches Leben. Man kommt dafür aus dem Haus, trifft Nachbarn und Bekannte und nutzt die Gelegenheit für einen kleinen Plausch. Dies funktioniert solange, bis der notwendige Einkauf zur Herausforderung wird. Zu einer anstrengenden, weder beiläufigen noch erfreulichen Angelegenheit, die die Kräfte bis an den Rand des Möglichen beanspruchen.

 

Wenn der Einkauf zur Barriere wird und das Treppen steigen zunehmend schwerer fällt

In früheren Zeiten fand man den Tante Emma Laden gleich um die Ecke. Doch heutzutage sind die Wege bis zur nächsten Einkaufsgelegenheit weiter geworden. Doch auch wenn viele Senioren mit ihrem Fahrzeug noch mobil sind und es nicht an ausreichende Parkgelegenheiten an den Einkaufszentren mangelt darf nicht vergessen werden, dass der Einkauf vom Wagen aufs Band und wieder zurück in den Wagen, dann vom Geschäft ins Fahrzeug und zu guter Letzt aus dem Fahrzeug in die eigenen vier Wände getragen werden muss. Falls dann noch die eigene Wohnung nicht im Parterre liegt und der Einkauf, aufgrund eines nicht vorhandenen Fahrstuhls, einige Etagen hochgeschleppt werden muss, wird dem Senior eine sehr schwere Tragelast aufgebürdet. Und dass Treppen steigen fällt den meisten Senioren auch ohne Last schon schwer.

 

Vorteile für Senioren und Angehörige

Fällt das Einkaufen im Alter zunehmend schwerer und fehlt Familienangehörigen die Zeit dafür ist der Einkaufsservice eine große Entlastung für alle Beteiligten.

Für ältere und kranke Menschen ist der Einkaufsservice eine nützliche Hilfe. Denn wenn das Verlassen der eigenen Wohnung schwer fällt, bietet er Entlastung und ermöglicht es, weiter in seinen eigenen vier Wänden wohnen bleiben zu können. Niemand muss um Hilfe und Unterstützung gebeten werden, da man sich diesen Service einfach leistet, wenn er benötigt wird.

Aber auch für die pflegenden Angehörigen stellt der Einkaufsservice eine große Entlastung dar. Sie müssen nicht mehr selbst einkaufen, sondern können sich ganz der Pflege und Betreuung widmen oder einfach mal eine Auszeit nehmen.

 

Welche Arten von Einkaufsservice gibt es?

  1. Einkaufsbegleitung
    Im Rahmen der stundenweise Seniorenbetreuung können ältere Personen gemeinsam mit einem Betreuer einkaufen gehen und es werden gleich mehrere Vorteile geboten. Trotz körperlicher Unsicherheiten verlassen Senioren die eigene Wohnung, kommen unter Leute und haben Teilhabe am sozialen Leben. Sie fühlen sich durch die Begleitung sicher und bekommen den Einkauf nach Hause getragen. Zudem stellt ein gemeinsamer Einkauf für viele Senioren eine willkommene Abwechslung zum Alltag dar und viele von ihnen schätzen die angenehme Gesellschaft.
  1. Einkaufshilfe
    Für Personen, die aufgrund einer Erkrankung oder ihres Gesundheitszustandes nicht mehr in der Lage sind selbst einkaufen gehen zu können stellt die Einkaufshilfe einen komfortablen Service dar. Sie erledigt die Einkäufe nach vorheriger Bestellung und liefert den Einkauf nach Hause. Dabei wird die Qualität der Ware überprüft, Preise werden verglichen, auf die Haltbarkeit und Verfallsdaten der Lebensmittel wird geachtet. Und auf Wunsch werden auch verschiedene Supermärkte angefahren.
  1. Lieferservice
    Viele Supermärkte bieten einen Lieferdienst auf Bestellung an. Gegen einen kleinen Aufpreis bringen sie die Waren direkt nach Hause, die zuvor online bestellt wurden. Von Nachteil ist allerdings, dass Waren die nicht zum Sortiment des Marktes gehören, auch nicht geliefert werden können.

 

Was kostet der Einkaufsservice?

Die Kosten für den Einkaufsservice sind höchst verschieden und unterscheiden sich, je nachdem, welchen Service man in Anspruch nehmen möchte. Da es verschiedene kommerzielle und gemeinnützige Anbieter gibt, die sich um den Einkauf von Privatpersonen kümmern, ist es entsprechend unmöglich Aussagen über die zusätzlich entstehenden Kosten zu machen.

Bei der Einkaufsbegleitung liegt zumeist ein Stundensatz für den in Anspruch genommen Service zugrunde, während bei der Einkaufshilfe entweder ein bestimmter Prozentsatz der Einkaufssumme oder ein Pauschbetrag pro Einkauf erhoben wird. Beim Lieferservice von Supermärkten variieren hingegen die Lieferkosten stark. Ursächlich hierfür ist, dass die Anbieter die Gebühren mal nach Gewicht, mal nach Lieferzeiten oder nach einer Mindestbestellmenge berechnen.

 

Tipp

Die Kosten für die Einkaufsbegleitung und Einkaufshilfe lassen sich seit Januar 2017 für Pflegebedürftige, die zu Hause gepflegt werden, über die Pflegeversicherung abdecken. Diese Personen können sogenannte zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen in Anspruch nehmen. Diese sollen die Pflegebedürftigen und pflegenden Angehörigen unterstützen. Seit dem 01.01.2017 steht Pflegebedürftigen aller Pflegegrade (1-5) ein einheitlicher Entlastungsbetrag von 125 EUR monatlich zu. Im Rahmen der niedrigschwelligen Betreuungsangebote nach § 45c SGB XI können die Kosten für den Einkaufsservice angerechnet werden, sofern der Dienstleister eine Anerkennung nach § 45 SGB XI hat.

Wer hingegen keinen Pflegegrad hat, muss den Service privat tragen. Allerdings sind die Kosten für den Einkaufsservice als „Haushaltsnahe Dienstleistung“ bis zu 4.000 EUR pro Jahr steuerlich absetzbar.

 

Einkaufsservice als Antwort auf die Wandlung unseres Landes

Im Grunde genommen ist dieser Service eine Antwort auf die soziale, demographische und strukturelle Wandlung unseres Landes. So nimmt die Zahl der Senioren stetig zu und möglichst viele von ihnen verspüren den eindringlichen Wunsch möglichst selbständig in ihrer gewohnten Umgebung leben zu wollen. Daneben rücken Einkaufsmöglichkeiten in weiter Ferne und konzentrieren sich meist auf Randzonen der Städte. Ferner ist der Kontakt zu den Nachbarn eher locker und man lässt sich höchstens mal was Vergessens mitbringen aber nicht gleich den gesamten Einkauf von ihnen erledigen und Familienangehörige leben heutzutage meist nicht mehr am selben Wohnort.

 

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