Warum sollten wir besser feste Seife verwenden?

11 August 2019

Pixabay soap 2726387 1920Derzeit liegen flüssige Seifen voll im Trend. Sie gelten als besonders hygienisch und sind leicht handzuhaben. Feste Seifen hingegen scheinen ihre besten Zeiten gehabt zu haben. Heutzutage widmen Menschen der Körperhygiene viel Zeit und nutzen dabei gewöhnlich industriell gefertigte Flüssigseifen und Duschgele.

Dabei hat feste Seife durchaus ihre Vorteile. Die meisten Menschen finden feste Seife toll. Sie sieht nicht nur schön aus, sondern riecht auch besonders gut und eignet sich darüber hinaus hervorragend als Deko im Bad. Und für unsere Umwelt ist sie auch die bessere Wahl. Denn wer Seifenstücke verwendet, spart jede Menge Plastik- und Verpackungsmüll ein.

Doch sollte man sich wirklich mit fester Seife die Hände waschen? Bei diesem Gedanken läuft es vielen Menschen schon eiskalt den Rücken runter. Zweifelsohne fassen wir die Seife mit verschmutzen Händen an und verunreinigen sie mit Keimen, die an unseren Händen haften. Da wundert es einen nicht, dass viele von uns sofort an Bakterien und Viren denken und sich daher Angst breit macht. Aber wie groß ist die Infektionsgefahr durch feste Seife wirklich?

 

Feste Seife ist besser für die menschliche Haut

Entgegen der weitläufigen Meinung, dass Seifen zu basisch für die Haut sind, neutralisiert sich der basische pH-Wert durch das viele Wasser sehr schnell und ist daher weder zu hoch, noch zu aggressiv. Ganz im Gegenteil: Feste Seifen sind besonders rückfettend und mild zur Haut. Nur weil sich flüssige Seifen ölig anfühlen, müssen sie noch lange nicht rückfettend sein. Einen eindeutigen Hinweis hierzu findet man auf der Verpackung aber nicht immer. Demgegenüber hat man bei fester Seife die Sicherheit, stets eine rückfettende Seife zu bekommen – zumindest ist dies bei Naturseifen der Fall.

Ein weiterer Vorteil von festen Seifenstücken gegenüber flüssiger Seife ist, dass bei ihrer Verwendung die Haut leicht aufweicht. Dadurch kann sie besser Wasser aufnehmen und speichern. Auf diesem Wege ist die Haut in der Zeit, bis sich der Säureschutzmantel wieder erholt hat, bestens mit Feuchtigkeit versorgt. Dieser Effekt bleibt bei flüssigen Seifen, die zumeist saurer und synthetisch sind, aus.

Darüber hinaus verwendet man bei der Reinigung mit fester Seife viel weniger Reinigungsmittel als mit flüssiger Seife. Feste Seife lässt sich nicht überdosieren und schont auch noch den Geldbeutel, weil man viel seltener neue Seifen anbricht.

Zudem lassen sich in fester Seife viele positive Inhaltsstoffe für die Haut finden, während man schlechte Inhaltsstoffe vergeblich sucht. Darüber hinaus findet man Konservierungsstoffe in fester Seife normalerweise nicht.

Und zu guter Letzt ist Seife auch keine Keimschleuder, selbst wenn sie durch sehr viele Hände geht. Seife bietet Bakterien und Keime kein gutes Wachstumsmilieu. Zwar werden die Krankheitserreger nicht sofort getötet, überleben hingegen aber auch nicht lange. Aufgrund der alkalischen Oberfläche können sich die krankmachenden Erreger nicht ansiedeln. Gefahr, dadurch zu erkranken besteht nicht. Insbesondere dann nicht, wenn die Seife an Seifenhaltern gut trocknen kann.

Anders sieht es bei der Verwendung von Flüssigseife aus. Da flüssige Seifen viel Wasser enthalten können sich Keime in ihnen gut vermehren. Aus diesem Grunde werden den flüssigen Seifen Konservierungsstoffe beigemischt, die die Keime unter Kontrolle halten. Jedoch können sich Bakterien und Keime auf den Plastikverpackungen von flüssigen Seifen und insbesondere auf Pumpspendern ansiedeln. Um zu verhindern, dass sich Bakterien und Keime im Spender vermehren, sollten diese in regelmäßigen Abständen einer gründlichen Reinigung unterzogen werden.

 

Jede Menge Chemie in flüssiger Seife

In festen Seifenstücken befinden sich unproblematische Inhaltsstoffe wie Rinderfett, Natronlauge, Pflanzenöl und Wasser. Hinzu kommen Farb- und Duftstoffe und Glycerin. Letzteres pflegt die Haut. Unter Umständen können die Farb- und Duftstoffe, die auf Basis von Erdöl synthetisch hergestellt werden, einigen Menschen Probleme bereiten.

Flüssige Seife besteht zu 85 Prozent aus Wasser und viel Chemie. Verarbeitet werden synthetisch hergestellte Tenside sowie Konservierungs- und Verdickungsmittel. Um den gewünschten pH-Wert zu erreichen werden Regulatoren verwendet und um die verschiedenen Bestandteile zu verbinden auch Emulgatoren. Daneben kommen noch Farb- und Duftstoffe zum Einsatz. Derweil werden von der Kosmetikindustrie knapp fünfhundert verschiedene Farb- und Duftstoffe eingesetzt. Zudem werden manchen Flüssigseifen Mikroplastik beigemischt. Diese sorgt nicht nur für eine cremige und weiße Seife, sondern auch für einen Peeling-Effekt.

Manche Menschen reagieren allergisch auf Seifen und entwickeln Hautreizungen bis hin zu Ekzemen. Ursächlich hierfür sind die zum Einsatz gelangten Farb- und Duftstoffe sowie Konservierungsmittel.

 

Feste Seife ist besser für die Umwelt

Flüssige Seife steht in letzter Zeit insbesondere wegen der verwendeten Mikroplastik – die die Umwelt erheblich belastet – in der Kritik. Wie alle Kunststoffe ist auch Mikroplastik in der Umwelt schwer abbaubar. Über unsere Waschbecken gelangen sie ins Meer und werden dort von Meeresorganismen gefressen. Aus der Umwelt können sie nicht mehr entfernt werden und werden bereits in kleineren Organismen, Muscheln, Fischen und auch schon in Seehunden nachgewiesen, die sie passiv oder mit ihrer Nahrung aufgenommen haben.

Daneben befinden sich in Flüssigseifen oftmals Tenside, Farb- und Duftstoffe sowie Konservierungsmittel, die die Umwelt belasten. Tenside sind zwar biologisch abbaubar und schaden der Umwelt damit weniger. Anders sieht es aber mit den anderen nicht abbaubaren Inhaltsstoffen aus. So sind einige Inhaltsstoffe, selbst nach der aufwändigen Aufbereitung des Abwassers im Klärwerk nicht abbaubar, wodurch es zu einer erheblichen Belastung der Umwelt und letztlich für den Menschen kommt. Antibakterielle Inhalts- und Konservierungsmittel sind im Klärwerk deshalb schwer abbaubar, weil Bakterien, die für eine Aufspaltung dieser Stoffe verantwortlich sind, durch die Inhalts- und Konservierungsmittel abgetötet werden.

Generell ist feste Seife nicht nur für die menschliche Haut besser, sondern auch für unsere Umwelt. Sie ist ein Naturprodukt und wird entweder ohne oder aber nur mit wenigen chemischen oder synthetischen Zusatzstoffen hergestellt. Dadurch ist der Abbauprozess nicht nur besser sondern zugleich auch schonender für die Umwelt. Und da feste Seife gewöhnlich aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird kommt sie auch unserer Umwelt zugute. Zum Einsatz gelangen natürliche Fette und auf den fossilen Rohstoff Erdöl verzichtet sie komplett, da sich dieser nicht verseifen lässt.

Ein weiterer Pluspunkt für die Umwelt ist, dass feste Seife weniger Verpackung benötigt und auf Plastik gänzlich verzichtet. Und letztendlich hält ein festes Seifenstück rund doppelt so lange wie eine Flasche Flüssigseife und kostet je nach Produkt nur etwa die Hälfte.

 

Tipp

Feste Seife lassen sich nicht nur zum Hände waschen benutzen, sondern sie eigenen sich auch hervorragend für die Körperreinigung und mit speziellen Haarseifen lassen sich auch die Haare waschen.

 

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