Norovirus - hartnäckig und hochansteckend

01 Februar 2020

Pixabay bacteria 163711Vom Herbst bis zum Frühjahr haben Noroviren Hochsaison. Sie sind hochansteckend und verbreiten sich im rasanten Tempo. Der Virus tritt auf der ganzen Welt auf und ist für etwa 30 Prozent der nicht bakteriell bedingten Darmerkrankungen bei Kindern und für bis zu 50 Prozent bei Erwachsenen tonangebend.

 

Norovirus – Was ist das?

Beim Menschen verursacht die Infektion eine Gastroenteritis, eine Magen-Darm-Erkrankung. Da die Viren ununterbrochen ihr Genom verändern ist eine einheitliche Behandlung nicht möglich. Die Viren sind wahre Überlebenskünstler. Sie halten sich beispielsweise auf Gegenständen wie Möbeln, Türklinken, Treppengeländern, Lichtschaltern, Wasserhähnen, Toilettensitzen, Handtüchern oder Tastaturen und Handys auf und sind weitestgehend resistent gegen Kälte und Hitze.

Es gibt aber nicht „den“ Norovirus, sondern es handelt sich um mehren Viren, die zu einer Gruppe zusammengefasst werden. Umgangssprachlich wird vereinfacht vom Norovirus gesprochen. Infektionen treten das gesamte Jahr über auf und haben von Anfang Oktober bis Ende März Hochkonjunktur.

 

Welche typischen Symptome zeigen sich?

Von einem Moment auf den anderen schlägt der Norovirus zu und schwächt die Erkrankten mit starken Durchfall und häufigem, schwallartigem Erbrechen. Oftmals treten auch Bauchschmerzen, Übelkeit, Kopf- und Gliederschmerzen sowie leichtes Fieber auf. Die Betroffenen fühlen sich einfach elendig, matt und schwindelig. Das einzig tröstliche daran ist, dass der Spuk nach zwei bis drei Tagen deutlich abschwächt, da die meisten Erreger während dieser Zeit ausgeschieden sind. Bis aber das allgemeine Krankheitsgefühl nachlässt vergehen noch ein paar weitere Tage.

 

Wie verläuft die Ansteckung?

Ausnahmslos können sich nur Menschen mit dem Norovirus infizieren. Die Erkrankten scheiden die Viren über Stuhl und Erbrochenem aus. Bereits eine minimale Menge von 10 bis 100 Viruspartikeln genügt, um sich anzustecken. Eine hohe Infektionsgefahr besteht für Mitmenschen bei Kontakt mit den Ausscheidungen. Da beim schwallartigen Erbrechen virushaltige Schwebeteilchen in die Luft geraten kann eine Ansteckung aber auch über die Atmung erfolgen.

Besonders schnell breiten sich die hoch ansteckenden Mikroorganismen aus, wenn viele Menschen zusammen kommen, vor allem in Altenheimen, Schulen, Kindergärten, Krankenhäusern und auf den inzwischen sehr beliebten Kreuzfahrtschiffen. Ebenso gefährdet sind Personen, die gemeinschaftliche Toiletten benutzen.

Die Übertragung erfolgt entweder per Direktkontakt von Mensch zu Mensch oder über die orale Aufnahme der virushaltigen Tröpfchen aus der Luft. Da sich die Krankheitserreger auch auf Alltagsgegenstände niederlassen, können sie auch über die Hände in den Mund gelangen. Daneben ist eine Infizierung aber auch über eingefrorene oder rohe Lebensmittel möglich. Das Perfide am Norovirus ist seine extreme Widerstandskraft, so kann er Temperaturen von minus 20 Grad bis plus 60 Grad Celsius überleben. Und selbst das Trinkwasser kann mit den Erregern belastet sein.

 

Dauer der Inkubationszeit

Nach Angaben des Robert-Kochs-Instituts beträgt die Inkubationszeit einer Norovirus-Infektion etwa sechs bis 50 Stunden. Entscheidend ist der allgemeine Gesundheitszustand des Betroffenen. Wenn die Noroviren den Weg in den menschlichen Körper gefunden haben, befallen sie die Zellen der Darmschleimhaut und nutzen diese zur Vermehrung.

 

Wie lange besteht Ansteckungsgefahr?

Große Ansteckungsgefahr besteht während den ersten 48 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung. Um niemanden zu infizieren, sollten die Erkrankten bis zwei Tage nach Abklingen der Beschwerden möglichst abgeschirmt sein. Während dieser Zeit sollten die Betroffenen eigene Handtücher und Hygieneartikel nutzen und falls möglich, auch eine eigene Toilette. Da die Krankheitserreger auch an Lebensmitteln haften bleiben, sollten erkrankte Personen auf keinen Fall Essen für Familienmitglieder zubereiten.

Neue Untersuchungen zeigen auf, dass das Virus noch 7 bis 14 Tage, in manchen Fällen aber auch noch über Wochen nach einer Erkrankung über den Stuhl ausgeschieden werden. Daher ist auch nach Ende der Beschwerden eine sorgfältige Toiletten- und Händehygiene erforderlich.

 

Wer ist besonders gefährdet?

Kinder unter fünf Jahren. ältere Menschen über 70 Jahre, Schwangere und Personen mit einem geschwächten Immunsystem sind besonders gefährdet.

 

Was kann man tun, wenn einem das Norovirus erwischt hat?

Da es gegen das Norovirus keine Medikamente gibt, ist das Einzige was man tun kann, Bettruhe einhalten und ausreichend trinken. Das Gefährliche ist nämlich der Flüssigkeitsverlust. Erbrechen und Durchfall entziehen dem Körper außerordentlich viel Wasser und Salze. Damit aber alle Körperfunktionen einwandfrei ablaufen, muss sowohl der Wasserhaushalt ausgeglichen als auch Elektrolyte in ausreichender Menge vorhanden sein.

Insbesondere für Kinder, ältere und geschwächte Personen kann ein Flüssigkeitsverlust gefährlich werden. Sie trocknen sehr schnell aus und müssen gegebenenfalls an den Tropf. Von daher sollte im Zweifelsfall der Hausarzt eher zu früh als zu spät hinzugezogen werden.

Zudem sollten die Erkrankten, auch wenn Sie von Übelkeit geplagt werden, versuchen, leichte Kost zu sich zu nehmen. Wenn gar nichts mehr geht, bieten sich Weißbrot und Zwieback an. Durch das Reichen von leicht verdaulichen Kohlenhydrate kann sich die angegriffene Darmschleimhaut nämlich besser erholen.

 

Hygiene-Tipps

Nur Hygiene bietet einzig und allein einen gewissen Schutz vor dem Norovirus. Daher sollte man nach jedem Toilettenbesuch, besonders auf öffentlichen Toiletten, nach jedem Einkauf, nach der Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln, vor und nach dem Essen und auch zwischendurch sich die Hände unter warmen Wasser gründlich mit Seife reinigen. Bei direktem Kontakt mit einem Kranken sollte man zusätzlich Desinfektionsmittel benutzen.

Falls möglich, sollten Familienmitglieder eine eigene Toilette benutzen. Wenn ein Kranker eine Toilette benutzt hat, sind die Kontaktflächen der Toilette gründlich zu reinigen und zu desinfizieren. Dasselbe gilt auch für Türgriffe und Waschbecken. Damit sich die Viren nicht über die Putzutensilien verbreiten, empfiehlt sich die Verwendung von Einmaltüchern. Zudem sollte man die Reinigung mittels Gummihandschuhe und unter Verwendung eines Mundschutzes durchführen.

Auch bei der Pflege eines erkrankten Familienmitglieds sollte man Einmalhandschuhe benutzen und einen Mundschutz tragen. Bis auf den Pflegenden sollten weitere Familienmitglieder möglichst keinen Kontakt zu der erkrankten Person haben.

Benutzte Handtücher und Waschlappen, Bettwäsche und auch die Kleidung des Kranken sollten bei mindestens 60 bis 95 Grad Celsius gewaschen werden. Keinesfalls sollten Gesunde und Kranke dieselben Handtücher oder Hygieneartikel benutzen.

Rohe Lebensmittel wie Salate, Obst und Gemüse sind gründlich zu waschen. Bereits zubereitete Speisen sollten gut erhitzt werden. Und aufgrund der Ansteckungsgefahr sollten Erkrankte keine Speisen für andere Familienmitglieder zubereiten.

Benutztes Geschirr und Besteck sind stets mit heißem Wasser und Spülmittel zu reinigen.

 

Meldepflichtig

Laut dem deutschen Infektionsschutzgesetz (IfSG) ist der direkte Nachweis des Norovirus meldepflichtig. Dies gilt zum Beispiel auch für andere Krankheiten wie Grippe, Masern, Mumps, Röteln oder Windpocken. Ein Verdacht unterliegt hingegen nicht der Meldepflicht, es sei denn, dass der Betroffene zum Beispiel in einer öffentlichen Einrichtung wie Kindergarten, Schule, Altenheim oder der Gastronomie arbeitet.

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