Verfallsdatum erreicht - Darf man abgelaufene Medikamente noch einnehmen?

21 Mai 2021

pixabay medical 1572978 1920Nach Ansicht der Bundesapothekerkammer ist das Verfallsdatum von Medikamenten nicht verhandelbar. Nebstdem garantieren aber auch die Hersteller nicht mehr für deren Wirkung und Unbedenklichkeit, wenn Medikamente abgelaufen sind. Deswegen sollte man auf Nummer Sicher gehen und Arzneimittel nur bis zum angegebenen Zeitpunkt verwenden.

 

Warum das Verfallsdatum wichtig ist

Um als Medikament zugelassen zu werden müssen Arzneimittel drei Kriterien erfüllen: Sie müssen wirken, unbedenklich und von guter pharmazeutischer Qualität sein. Diese Eigenschaften garantieren die Hersteller bis zu dem auf der Verpackung angegebenen Verfallsdatum.

Bevor ein Medikament auf den Markt gebracht wird, ermitteln die Produzenten in groß angelegten Untersuchungen wie lange eine Arznei stabil bleibt. In dieser Zeit dürfen sich die Präparate in ihren physikalischen und chemischen Eigenschaften keinesfalls verändern. Infolgedessen wird das Haltbarkeitsdatum ermittelt. Ihre Ergebnisse übermitteln sie der Zulassungsbehörde. Zuständig sind in Deutschland das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA). Diese legen dann auf Grundlage dieser Informationen das Verfallsdatum fest.

 

Wichtig ist aber auch die Art der Lagerung

Generell garantieren Produzenten die Stabilität ihrer Erzeugnisse bei „richtiger Lagerung“. Doch die richtige Lagerung kann durch eine Reihe von Faktoren beeinflusst werden. Neben Zeit und Lagerdauer spielen Lichtverhältnisse, eine zu hohe Luftfeuchtigkeit, ungeeignete Temperaturen, Bakterien und Pilze aber auch mechanische Beschädigungen der Medikamente und ihrer Verpackungen eine große Rolle.

So halten manche Cremes und Salben, wenn sie einmal geöffnet wurden, nur begrenzt, weil ihre Inhaltsstoffe mit Sauerstoff reagieren. Hingegen sind Wirkstoffe in Flüssigkeiten, wie zum Beispiel Augentropfen, nach ihrer Öffnung anfällig für Erreger. Andere reagieren empfindlich auf Licht, weshalb sie nur in ihrer Blisterverpackung gelagert werden sollen. Wiederum andere vertragen keine zu hohe Luftfeuchtigkeit, weil sie dann in ihre Bestandteile verfallen.

Daher sollten Medikamente auch nicht im Badezimmer aufbewahrt werden. Besser eignet sich ein trockener und kühler Raum, in dem auch die Sonne nicht direkt hineinstrahlt. Hier bietet sich beispielsweise das Schlafzimmer als Aufbewahrungsort für Medikamente an.

 

Mit der Zeit nimmt oft auch die Dosis des Wirkstoffs ab

Verliert eine Arznei aufgrund einer zu langen Lagerung ihrer Wirksamkeit kann es die Krankheit nicht mehr erfolgreich bekämpfen. Genügt bei Antibiotika die Wirkstoff-Dosis nicht, um die minimale Hemmkonzentration zu erreichen, können Resistenzen entstehen und gegen das verabreichte Medikament unempfindlich werden.

 

Fazit

Da das Verfallsdatum von Medikamenten nicht mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum von Lebensmitteln verwechselt werden darf, sollten Arzneien wenn sie abgelaufen sind, im Restmüll entsorgt werden.

 

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