Schokolade senkt das Risiko für Herzinfarkt und Schlaganfall

01 Januar 2012

Pixabay chocolate 567234 1920Von wegen, Schokolade ist ungesund! Wird sie von vielen als überflüssiges Nahrungsmittel angesehen, welches zu viel Fett und Zucker enthält und somit nicht nur dick macht sondern auch die Zähne schädigt, existieren mittlerweile mehrere Studien, die darauf hindeuten, dass Schokolade - in Maßen genossen - durchaus gesund sein kann.

Eine britische Studie besagt nun, dass Schokoladen-Liebhaber weit seltener einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall erleiden. Demnach haben Menschen, die sehr viele Kakaoprodukte naschen, ein um bis zu 37 Prozent niedrigeres Risiko für Herzinfarkt oder andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen als diejenigen mit einem sehr niedrigen Konsum.

Auch das Risiko eines Schlaganfalls liege bei den Schokoladen-Essern um 29 Prozent niedriger, schreibt das Team um Oscar Franco von der englischen Universität von Cambridge im Britisch Medical Journal. Außerdem soll Schokolade den Alterungsprozess verlangsamen und die Gefäßverkalkung verringern.

Kein Geheimnis ist, dass Schokolade durch die darin enthaltene essentielle Aminosäure Triptophan glücklich macht. Triptophan wird im Stoffwechselprozess zum Botenstoff Serotonin umgewandelt, welches als Glückshormon bezeichnet wird.

In der am 29. August 2011 in Paris vorgestellten Studie werteten die Wissenschaftler die Daten von sieben Untersuchungen mit insgesamt mehr als 114.000 Teilnehmern aus, um dem Geheimnis der gesundheitsfördernden Wirkung von Schokolade nachzugehen. Diese Arbeiten hatten unter anderem Hinweise darauf geliefert, dass das in Kakao enthaltene Flavonol sich positiv auf die Gesundheit auswirken könnte.

Flavonoide sind eine Gruppe von Pflanzenfarbstoffen, die vor allem in Früchten und Gemüse, aber auch in Rotwein und Tee vorkommen. Sie binden die aggressiven freien Radikale, deren Moleküle sich im Körper anreichern und so eine Zellschädigung verhüten.

Bereits im Jahr 2009 kamen schwedische Wissenschaftler um Imre Janszky vom Karolinska Institut in Stockholm (Journal of Internal Medicine, 2009, Volume 266 Issue 3, S. 248-257) zu dem Ergebnis, dass der Genuss von dunkler Schokolade Herzinfarkt-Patienten vor einem erneuten Infarkt schützen kann. In ihrer Studie hatten die Forscher insgesamt 1.200 Patienten begleitet, die einen Herzinfarkt erlitten hatten. Die Teilnehmer wurden nach ihrer Entlassung aus dem Krankenhaus acht Jahre lang beobachtet und nach ihren Eßgewohnheiten befragt.

Abschließend kam die Untersuchung zu dem Ergebnis, dass Patienten, die nach einem Herzinfarkt zwei- bis dreimal pro Woche dunkle Schokolade aßen, die Gefahr um das Dreifache verringerten, in den Folgejahren einen weiteren Herzinfarkt zu erleiden.

Die britische Studie stützt das Ergebnis von 2009. Jedoch warnen die Forscher der Universität Cambridge vor allzu hemmungslosem Schokoladenkonsum. Man sollte halt nicht vergessen, dass Schokolade trotz ihrer positiven Effekte sehr kalorienreich ist.

Durch den hohen Zuckeranteil in den meisten Sorten kann es bei übermäßigem Konsum zu einer rapiden Gewichtszunahme kommen und damit werden negative Begleiterscheinungen ausgelöst. So lassen Übergewicht oder gar Fettleibigkeit (Adopositas) das Risiko für Bluthochdruck, Diabetes sowie Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko wieder steigen.

Während in 100 Gramm Vollmilchschokolade bereits rund 60 Gramm Zucker enthalten sind, liegt der Zuckeranteil bei einer Tafel Bitterschokolade bei nur noch cirka 15 Gramm. Beim Schokoladenkonsum sind  dunklere Sorten vorziehen, da diese mehr Kakao enthalten. Der Kakaoanteil sollte möglichst über 70 Prozent liegen.

Vollmilchschokolade hat einen geringeren Kakaoanteil als Bitterschokolade und somit auch einen geringeren Anteil an blutdrucksenkenden Flavonoide. Ursächlich hierfür ist, dass im Herstellungsprozess bei heller Schokolade die gesundheitsfördernden Flavonoide ausgewaschen werden und damit die positiven Eigenschaften verloren gehen.

Als Fazit kann festgehalten werden, dass ein moderater Schokoladenkonsum sich positiv auf die Gesundheit auswirken kann und für die Schokoladenwahl gilt: Je dunkler, desto besser!

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