Gut vorbereitet in die Praxis

01 Juni 2011

Für die meisten Patienten ist bei allen Fragen rund um die Gesundheit der Hausarzt der erste Ansprechpartner. Er kennt seine Patienten häufig schon lange, kennt deren Krankengeschichte und Lebenssituation.

Und dennoch ist ein Arztbesuch oft mit einigem Aufwand verbunden: Man vereinbart einen Termin, schaufelt sich Zeit frei, hat einen mehr oder weniger langen Anfahrtsweg und nimmt möglicherweise für eine geraume Weile im Wartezimmer Platz. Da den Medizinern pro Patient oft nur wenige Minuten bleiben, ist es umso wichtiger, sich auf das Gespräch gut vorzubereiten. Denn wenn etwas unbesprochen bleibt, eine Frage vergessen wird oder eine Auskunft unterbleibt, ist der Verdruss schnell zur Stelle.

Grundvoraussetzung sind Pünktlichkeit und Termineinhaltung. Denn genauso wenig, wie Patienten lange im Wartezimmer sitzen möchten, will auch der Arzt nicht warten. Damit am Empfang die erforderlichen Formalien erledigt werden können, plant man am besten einige Minuten Vorlauf ein. Kann man einen Termin nicht wahrnehmen, ist die Terminabsage Ehrensache

Zur guten Vorbereitung auf die Sprechstunde gehört es, dass Patienten so präzise wie möglich beschreiben können, was ihnen fehlt. Seit wann sie Schmerzen haben, welche Symptome auftreten und ob bereits Medikamente eingenommen werden. Einzelheiten zu vergangenen Behandlungen und welche Untersuchungen wann bereits durchgeführt wurden sind für den Mediziner sehr wichtig.

Denn ohne diese Informationen weist der Arzt womöglich eine Untersuchung fälschlicherweise erneut an oder verschreibt Medikamente, die eine ungünstige Wechselwirkung mit einem anderen eingenommenen Präparat haben können. Damit man keine Details vergisst, kann eine Liste mit den wichtigsten Punkten und Fragen sehr hilfreich sein.

Gerade wenn es um eine ernste Erkrankung geht, sind viele Patienten im Gespräch nervös und bekommen häufig wichtige Informationen nicht mit. In diesem Fall kann es sinnvoll sein, eine Begleitperson mitzunehmen, denn vier Ohren hören bekanntlich mehr über die Diagnose. Falls etwas nicht verstanden wird, sollte man sogleich nachfragen.

Viele Patienten informieren sich vor dem Arztbesuch bereits im Internet. Doch auch wenn die Suchmaschinen schnelle Ergebnisse zu Gesundheitsthemen liefern, sollte man bedenken, dass kein Portal die individuelle Krankheitsgeschichte kennt und die Zusammenhänge begreift. Daher sollte man die Bereitschaft mitbringen, sich auf die Einschätzung seines Arztes einzulassen, denn letztlich hat er die medizinische Erfahrung.

Darüber hinaus zahlen sich auch Informationen über die eigene Lebensweise und insbesondere auch Ehrlichkeit beim Arztbesuch aus. Wer es noch nicht geschafft hat, mit dem Rauchen aufzuhören oder sich gesünder zu ernähren vermag, die Einnahme seiner Tabletten häufiger mal vergessen hat, der sollte es ruhig zugeben. Denn nur so bekommt der Arzt ein stimmiges Gesamtbild und weiß, wo er beim nächsten Mal ansetzen kann. Auch sollte keinem Behandlungsplan zugestimmt werden, wenn man schon im Vorfeld weiß, dass man diesen nicht einhalten kann.

 

 Checkliste – Alles dabei?

  • Versichertenkarte und evtl. 10,00 EUR für die Praxisgebühr bzw. Überweisung aus dem aktuellen Quartal durch einen anderen Arzt
  • Informationen über Vorerkrankungen z.B. Befundberichte von Fachärzten, Krankenhausaufenthalte
  • evtl. Röntgenbilder und den dazugehörigen Arztbericht
  • Impf-, Allergie- und Röntgenpass
  • Liste mit allen aktuell eingenommen Medikamenten
  • Wissen über chronische Erkrankungen in der Familie
  • Liste mit den wichtigsten Punkten und Fragen, damit nichts Wesentliches vergessen wird
  • evtl. Begleitperson / Vertrauensperson mitnehmen         
  • Kalender für mögliche Folgetermine
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