Alzheimer - Hoffnung auf neue Therapie

15 September 2010

Fotolia 80327224 MJedes Jahr erkranken in Deutschland 250.000 Menschen an Demenz. Ohne Durchbruch bei den Heilungschancen rechnen Experten in 40 Jahren mit ca. 2,6 Millionen Demenzkranken.

Vieles hängt von einer frühzeitigen Diagnose ab. Dabei hat sich eine Untersuchung des Nervenwassers im Gehirn bewährt. Mit bis zu 90-prozentiger Sicherheit lässt sich dadurch feststellen, ob eine Alzheimer-Erkrankung vorliegt.

Doch noch immer scheuen viele den rechtzeitigen Gang zum Arzt. Zurzeit leiden rund 1,3 Millionen Deutsche an Demenz. Nur ein Viertel von ihnen geht zum Facharzt.

Allein aus Angst vor der Diagnose wird der Facharztbesuch hinausgeschoben. Doch eine rechtzeitige Diagnose kann die Krankheit bremsen und ermöglicht auch die Zeit für die notwendige Regelung juristischer und pflegerischer Fragen.

Doch nur bei jedem zweiten Demenzkranken wird Alzheimer diagnostiziert. Und nicht jeder, der dement wirkt ist tatsächlich krank. So kann eine schlecht eingestellte Diabetes, eine versteckte, jedoch therapierbare Depression oder auch ein Flüssigkeitsmangel zu demenzartigen Symptomen führen.

Wer sich aber trotz gewohnter Umgebung schlecht orientieren kann, auf dem Parkplatz sein Auto nicht wieder findet oder immer wieder wichtige Unterlagen verlegt – der sollte beim Arzt vorstellig werden. Zu groß ist die Versuchung, diese Umstände als Altersvergesslichkeit anzusehen. Tatsächlich gehen Betroffene erst dann zum Arzt, wenn sie nur mit Hilfe der Polizei wieder nach Hause gefunden haben oder wenn die angestellte Herdplatte die Küche bereits in Brand gesetzt hat.

Derweil setzen Essener Demenzforscher große Hoffnungen auf zwei neue Therapieansätze. In zwei internationalen Studien werden aktuell Medikamente getestet, mit denen man höchst wahrscheinlich die Krankheit abschwächen, möglicherweise sogar stoppen kann. Beide Studien zielen dabei auf altbekannte Arzneimittel.

So setzen die Forscher der Universität Essen-Duisburg zum einen auf den Wirkstoff Insulin. Dieser wird über die Nasenschleimhaut ins Gehirn transportiert. Dadurch stieg die Merkfähigkeit der Probanden deutlich an.

Zum anderen erkannten die Forscher, dass einige Menschen von Geburt an natürliche Antikörper gegen Alzheimer im Blut tragen. Im Blut von Spendern waren die Forscher zufällig auf die Antikörper gestoßen. Bisher waren die Substanzen zur Therapie von Autoimmun-Erkrankungen eingesetzt worden.

Mit einem Durchbruch in der Alzheimertherapie wird in den nächsten 5 Jahren gerechnet.

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