Krimineller Besuch | So schützen sich Senioren

15 September 2012

Fotolia 50490426 MDie Aufklärungsquote von Trickbetrügern ist kaum der Rede wert, da die Täter in der Regel kaum Spuren hinterlassen und dass Gauner auf frischer Tat gefasst werden, stellen eher die Ausnahme dar. Das Risiko ist für die Kriminellen so überschaubar wie die Höhe der Beute. Beim einfachen Trickdiebstahl geht die Polizei von einem durchschnittlichen Schaden in Höhe von etwa 500 Euro aus.

Weitaus schwerwiegender aber sind die Folgen für die Gefühlswelt älterer Menschen. Dass jemand Fremdes ihr Vertrauen ausnutzte, ihren Schutzraum Wohnung verletzen konnte und sie am Ende ausnahm wie die sprichwörtliche Weihnachtsganz ist für die Opfer das Schlimmste von der Welt. Für die meisten von ihnen dürfte es da ein schwacher Trost sein, dass es nach den Statistiken der Polizei ganz selten vorkommt, dass die Täter ein Objekt zum zweiten Mal aufsuchen.

Damit es aber erst gar nicht zu einem kriminellen Besuch kommt, müssen die Senioren die Tricks der Gauner erst einmal kennen und durchschauen (lesen Sie hierzu unseren Artikel "Krimineller Besuch | Trickbetrüger und deren Machenschaften"), aber auch wissen, wie sie sich vor den Machenschaften der Trickbetrüger schützen können.

 

Die wichtigsten Verhaltenstipps sind

  • Niemanden reinlassen!
    Oberstes Gebot an der Wohnungstür ist, niemanden in die eigene Wohnung zu lassen. Am besten lässt man sich erst gar nicht auf die Täter ein. Erkundigen Sie sich durch die Haussprechanlage nach dem jeweiligen Anliegen. Schauen Sie durch den Türspion. Sind Sie misstrauisch, dann öffnen Sie auf keinen Fall die Tür und beenden das Gespräch. Lassen Sie sich nicht auf das forsche Auftreten ein, denn dann sind schnelle Entscheidungen gefragt, die meist mit einer hohen Fehlerquote einhergehen.

  • Sichern der Wohnungstür!
    Lassen Sie sich von einem Fachmann beraten und eine Kette oder ein Kastenriegelschloss an Ihrer Wohnungstür anbringen. Es gibt auch Türgriffketten, bei denen das Türblatt nicht beschädigt wird.

  • Schreien ist die Devise!
    Sollte sich jemand in ihre Wohnung gewaltsamen Eintritt verschaffen wollen, machen Sie sich bemerkbar. Schreien Sie so laut Sie können um Hilfe. Denn Aufsehen macht Täter unsicher. Wichtig ist auch, dass Sie sich das Gesicht und das Aussehen des Täters einprägen, um im späteren Verlauf der Polizei bei der Fahndung zu helfen.

  • Hinzuziehen einer Vertrauensperson!
    Viele Senioren leben meist alleine und haben in ihrer unmittelbaren Umgebung keine Bezugsperson. Doch reicht es schon oft aus, wenn man den Täter mit der Aussage konfrontiert, dass man eine gute Nachbarin hinzuziehen möchte. Vereinbaren Sie einen anderen Termin, bei dem eine Vertrauensperson anwesend ist. Die meisten Kriminellen lassen sich allein schon dadurch einschüchtern und schauen nicht ein zweites Mal vorbei.

  • Notruf der Polizei!
    Wenn jemand den Verdacht einer Straftat hat, kann er selbstverständlich auch über den Notruf 110 schnelle polizeiliche Hilfe erhalten. Halten Sie ihr Telefon deshalb in der Nähe Ihrer Wohnungstür. Diese Nummer ist kostenfrei und kann von jedem beliebigen Telefon verwendet werden.

  • Nutzen Sie die Angebote der Polizei!
    Im nächsten Polizeirevier erhalten Senioren persönlichen Rat und auch Sicherheitsbroschüren. Die Sicherheitsberater der Polizei informieren auch in Seniorenvereinen, auf Straßen und Wochenmärkten über Sicherheit im Alter. Eine kostenlose persönliche Beratung durch die Polizei ist auch im Haus oder in Ihrer Wohnung möglich. Von Vorteil ist, dass Sicherheitsmängel vor Ort aufgedeckt werden können.

  • Den Betrügern nicht auf den Leim gegangen!
    Auch wenn die Täter bei Ihnen nicht erfolgreich waren, sollten Sie auf jeden fall die Polizei informieren. Jede Unterstützung zur Aufdeckung von Trickbetrügern hilft der Polizei bei der Fahndung und unserer allgemeinen Gesellschaft zum Schutz vor Wiederholungstätern.

 

Zu guter Letzt ist auch eine Kultur des Hinsehens gefordert. Verdächtiges vor der Tür des Nachbarn oder dem Haus zu melden, darf Zeugen nicht als Neugierde ausgelegt werden. Wenn also merkwürdiges Volk im Haus herumläuft, sollte niemand zögern, den Polizei-Notruf 110 zu wählen.

Lasse Sie sich durch Ausweise allein nicht überzeugen. Vergewissern Sie sich telefonisch, dass es sich bei dem Telefondienst- oder Stadtwerke-Mitarbeiter und dem Polizisten tatsächlich um einen Vertreter ihrer Zunft handelt.

 

Zusammenfassend bleibt festzuhalten:

  • Seien Sie immer misstrauisch.
  • Lassen Sie keine Fremden in Ihre Wohnung.
  • Sichern Sie Ihre Haustür.
  • Halten Sie Ihr Telefon / Handy in der Nähe Ihrer Wohnungstür.
  • Kaufen und unterschreiben Sie nichts an der Wohnungstür.
  • Geben Sie kein Geld an Personen, an die Sie sich nicht erinnern können.
  • Erteilen Sie keine Auskünfte über Ihr Barvermögen, Bankunterlagen oder Verstecke.
  • Sagen Sie niemanden Ihre Kontonummer und Geheimzahl.
  • Folgen Sie niemals der Aufforderung, zur Bank oder Sparkasse zu gehen, um Geld abzuheben.

 

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie unter www.polizei-beratung.de

 

 

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