Neue Hoffnung für Schwerhörige

15 Dezember 2012

Fotolia 20851457 MEin internationales Forscherteam hat mit Hilfe von Stammzellen schwerhörigen Wüstenrennmäusen wieder zum Hören verholfen. Wissenschaftler der Universität Sheffield erzeugten aus den Stammzellen unreife Vorstufen von Hörzellen. Diese wurden dann in die Ohren von stark schwerhörigen Mäusen gesetzt, deren Haar- und Nervenzellen beschädigt waren.

Wie die Forscher im Fachmagazin "Nature" schreiben, hat sich durch diese Behandlung das Hörvermögen der Mäuse deutlich verbessert. Da es gelang, die Funktion der zuvor zerstörten Sinneszellen im Ohr wiederherzustellen, konnten einige Tier sogar vollkommen geheilt werden.

Die Wissenschaftler meinen, dass diese Stammzellentherapie einen neuen Weg eröffne, um künftig auch schwerhörigen oder sogar gehörlosen Menschen zu helfen.

Wenn die feinen Härchen im Innenohr beschädigt oder missgebildet sind, kann das Ohr Schallwellen nicht mehr registrieren. Der Mensch wird schwerhörig oder sogar taub. Der Verlust dieser sensorischen Haarzellen kann heute bereits teilweise durch Hörprothesen wie das sogenannte Cochlea-Imlantat ausgeglichen werden. Dabei werden die Schallwellen anstatt über die Haarzellen elektronisch an die Hörnerven weitergegeben. Voraussetzung hierfür ist jedoch, dass die Hörnerven noch intakt sein.

Wie Wei Chen von der University of Sheffield und seine Kollegen erklären, gab es bislang keine Behandlungsmöglichkeit für die Fälle, bei denen auch die Nerven beschädigt sind. Diese Lücke könnten nun die Stammzellen schließen, indem sie die zerstörten Hörnerven ersetzen.

Um die Funktionalität im lebenden Organismus zu testen, implantierten die Wissenschaftler die aus den Stammzellen erzeugten Vorläuferzellen in die Hörschnecke schwerhöriger Wüstenrennmäuse. Die Mäuse wurden dann über 10 Wochen hinweg beobachtet. Die Forscher berichten, dass in dieser Zeit nicht nur die Nervendichte in den Mäuseohren merklich wuchs, sondern bereits nach 4 Wochen auch ihr Hörvermögen anfing, sich zu verbessern.

Im Verlaufe des Untersuchungszeitraumes konnten die Rennmäuse immer leisere Geräusche wahrnehmen. Während nicht transplantierte Mäuse Geräusche erst mit einem Schalldruck von 50 Dezibel und mehr wahrnahmen, sei die Hörschwelle bei den transplantierten Tieren bereits auf knapp 30 Dezibel gesunken.

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