Nächtliches Kribbeln weist auf neurologische Störung hin

15 Mai 2014

Pixabay time 92897 1920Kribbelnde Arme und Beine während der Nacht kann ein Warnsignal sein: Das Restless-Legs-Syndrom hat solche Symptome. Der Volksmund spricht auch von „unruhigen Beinen“ oder aufgrund der Abkürzung RLS auch vom „rastlosen Schlaf“. Die Diagnose ist nicht einfach und wird zumeist erst von einem Neurologen festgestellt. Bis heute konnten die Ursachen nicht eindeutig geklärt werden. Da die Beschwerden erst durch Bewegung zurückgehen, kann es helfen, aufzustehen und sich etwas zu bewegen.

Meist tritt bei den Betroffenen in Entspannungs- und Ruhephasen ein Kribbeln, Ziehen, Jucken oder ein Spannungsgefühl in den Beinen auf. Daneben können aber auch die Arme, seltener die Brustwand betroffen sein. In der Regel wachen die Betroffenen durch wiederholte Zuckungen dieser Körperteile auf und leiden infolgedessen an Schlafstörungen. Am nächsten Tag sind sie dann müde und zermürbt und mit der Zeit werden sie weniger belastbar.

Oftmals führen die Begleiterscheinungen des Restless-Legs-Syndroms zu einer falschen Diagnose, da die Symptome wie Vergesslichkeit, Konzentrationsstörungen und Antriebslosigkeit einer Depression gleichen. Daher sollten die Ursachen der Störung genau abgeklärt werden.

Neben einer genetischen Veranlagung kann hinter dem Restless-Legs-Syndrom auch eine chronische Erkrankung wie eine Schilddrüsenstörung, eine Nierenschwäche, Arthritis oder Parkinson stecken. Aber auch ein Mangel an Eisen, Folsäure oder Vitamin B12 sowie eine Reihe von Medikamenten, vor allem Dopaminantagonisten und diverse Antidepressiva, können in diesem Zusammenhang eine Rolle spielen.

Gewöhnlich lassen sich die Attacken unterbrechen, indem der Betroffene aufsteht und sich bewegt. Die Symptome verschwinden dann nach 5 bis 60 Minuten.

Bisweilen berichten Betroffene auch von weiteren Symptomen, die entweder mit einem gestörten Dopaminstoffwechsel oder mit den Folgen des Schlafmangels zusammenhängen könnten. Daher besteht eine Behandlungsmöglichkeit in der Verabreichung von Dopaminvorstufen oder Dopaminersatzstoffen. Daneben können aber auch leichter Sport (Pilates, Yoga, Qigong, Taijiquan), Massagen und Kalt-Warm-Duschen sowie der Verzicht auf Alkohol und Koffein bei einzelnen Personen Linderung bringen. Entspannungsmethoden wie Autogenes Training, Progressive Muskelrelaxation oder Meditation können die Beschwerden sogar verschlimmern. Ebenso sind Behandlungsversuche mit Antidepressiva, Neuroleptika, Betablockern und Schlafmitteln wirkungslos.

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