Den grünen Star (Glaukom) rechtzeitig erkennen

01 Dezember 2016

Fotolia 93618796 MJe älter man wird, desto häufiger treten Probleme an den Augen auf. Dabei bereiten nicht nur Kurz- und Weitsichtigkeit im Alltag Probleme, sondern daneben besteht auch mit zunehmendem Alter die Gefahr, am Grünen Star, dem sogenannten Glaukom, zu erkranken.

So ist das Glaukom in den Industrienationen eine der häufigsten Erblindungsursachen. Allein in Deutschland sind über eine halbe Millionen Menschen an einem Glaukom erkrankt. Da viele Glaukome lange oder überhaupt nicht diagnostiziert werden, schätzt man, dass die tatsächliche Zahl fast doppelt so hoch liegt. Rund 10 Prozent der über 40-Jährigen haben hierzulande einen erhöhten Augeninnendruck und zählen damit zur Risikogruppe.

 

Was ist der grüne Star?

Als Glaukom wird eine Gruppe von Krankheiten bezeichnet, bei denen der Sehnerv geschädigt wird. Diese Schädigung des Sehnervs entsteht durch einen zu hohen Augeninnendruck und dadurch bedingte Durchblutungsstörungen.

Der Sehnerv übermittelt wie ein Kabel die vom Auge aufgenommenen Sehinformationen an das Gehirn, in dem die Sehverarbeitung dann stattfindet. Beim grünen Star sterben die Zellen des Sehnervs nach und nach ab und als Folge treten Gesichtsfeldausfälle auf. Diese treten zunächst am Rand auf. Letztlich aber schwindet auch im Zentrum des Gesichtsfeldes die Sehkraft.

Der Schaden besteht in einem langsam fortschreitenden Absterben der empfindlichen Sehnervenfasern. Das auf der Netzhaut aufgenommene Bild kann dann nur noch unvollständig an das Sehzentrum im Gehirn weitergeleitet werden. Letzen Endes bewirkt dieser Vorgang den zunehmenden Gesichtsfeldverfall bis hin zur Erblindung. Bei fortschreitendem grünem Star verengt sich das Gesichtsfeld stets weiter, bis letztlich nur noch ein kleiner zentraler Ausschnitt gesehen wird.

Dieser Prozess ist schleichender Natur, so dass er meist erst spät erkannt wird. Bemerkt der Patient erste Symptome - also eine Sehverschlechterung - ist bereits ein Schaden am Sehnerv eingetreten, die nicht rückgängig gemacht werden kann. Daher ist eine möglichst frühe Erkennung des Grünen Stars besonders wichtig.

 

Wie entsteht der grüne Star?

Bislang konnten die Ursachen eines Glaukoms noch nicht restlos geklärt werden. Ein wichtiger – und bislang auch der einzige behandelbare – Risikofaktor ist ein dauerhaft erhöhter Augeninnendruck von mehr als 22 mmHg (Millimeter Quecksäule).

Zur Erhaltung von Form und Sehfunktion benötigt das Auge einen bestimmten Innendruck. Im normalen Auge wird dieser Druck durch ein Gleichgewicht zwischen produziertem und abfließendem Kammerwasser erzeugt. Im Laufe des Lebens, besonders ab dem 40. Lebensjahr, wird das System weniger durchlässig, so dass bei gleich bleibender Produktion und behindertem Abfluss von Kammerwasser der Augeninnendruck ansteigt.

Je höher der Augeninnendruck ist, desto größer ist in der Regel auch das Risiko, dass der Sehnerv geschädigt wird. Jedoch führt ein erhöhter Augeninnendruck nicht zwangsläufig zum grünen Star.

Andererseits wiederum können auch Menschen mit einem normalen Augeninnendruck von einem Glaukom betroffen sein. Bei einem solchen Normaldruckglaukom liegt meist eine Erkrankung der Gefäßregulation vor, so dass der Sehnerv aufgrund einer gestörten Durchblutung des hinteren Augenabschnittes zugrunde geht.

Seltenere Ursachen sind vorangegangene Erkrankungen des Auges, wie Durchblutungsstörungen und Entzündungen im Augeninnern. Besonders gefährdet sind zudem Personen, in deren Familie ein Glaukom häufiger vorkommt. Auch Kurzsichtige und Diabetiker, deren Augen bereits krankhafte diabetische Veränderungen aufweisen, neigen zu dieser Erkrankung.

Hingegen haben nach heutigen Erkenntnissen Lebensgewohnheiten, Beruf und Ernährung keinerlei Einfluss auf die Entstehung eines Glaukoms.

 

Wie wird der grüne Star frühzeitig erkannt?

Weil Betroffene oftmals gar nichts von der Erkrankung bemerken, raten Augenärzte, ab einem Alter von 40 Jahren, regelmäßig zur Früherkennungsuntersuchung im Abstand von zwei bis drei Jahren. Wer einer Risikogruppe angehört, sollte sich hingegen alle ein bis zwei Jahre einer Glaukom-Vorsorge unterziehen.

Vor dem 40. Lebensjahr sollten die Personen zur Vorsorge gehen, die Diabetiker, blutdruckkrank oder hochgradig kurzsichtig sind oder bei denen im familiären Kreis die Glaukom-Erkrankung bereits auftrat.

Die Vorsorgeuntersuchungen sind allesamt schmerfrei und nehmen nur wenig Zeit in Anspruch. Unter anderem wird der Augeninnendruck gemessen und der vordere sowie der hintere Augenabschnitt mikroskopisch untersucht. Eine Gesichtsfelduntersuchung zeigt mit Hilfe eines Testgerätes an, ob die Wahrnehmung der Umgebung eingeschränkt ist.

Daneben spielt nach neuesten Erkenntnissen die zentrale Hornhautdicke beim gemessenen Wert des Augeninnendrucks eine wichtige Rolle, da eine dickere Hornhaut einen fälschlicherweise zu hohen Augeninnendruck und eine dünne Hornhaut einen zu niedrigen Augeninnendruck vortäuscht. Die Dicke der Hornhaut lässt sich mit einem Pachymeter bestimmen.

Eine Tomographie des Sehnerven mittels Laserstrahl (HRT-Untersuchung) lässt einen Glaukom-Schaden früher erkennen und genau vermessen. Weitere Informationen über den Sehnerv und die Netzhaut liefern Messungen der Nervenfaserschichtdicke mit dem GDx und dem OCT.

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