Nüsse - Gesunde Knabberei für Blut, Herz und Gehirn

01 Dezember 2018

Pixabay walnuts 552975 1920Aus der Weihnachtsbäckerei sind Nüsse nicht wegzudenken. Viele Plätzchen, Lebkuchen und Stollen sind ohne sie undenkbar. So beginnt mit der Adventszeit die Hochsaison für Nüsse. Die knackigen Herbstfrüchte sind nicht nur ein beliebter Snack in den Wintermonaten, sondern auch eine gesunde Quelle für zahlreiche wichtige Nährstoffe, die unser Körper benötigt: Mineralstoffe, Vitamine, Ballaststoffe und gesunde Fettsäuren.

 

Warum Nüsse so gesund sind

Lange Zeit waren Nüsse als fette Kalorienbombe verpönt. Doch wissenschaftliche Untersuchungen haben aufgezeigt, dass bestimmte Sorten das Leben verlängern. Sie senken den Cholesterinspiegel, stärken das Herz und das Immunsystem und fördern die Konzentration. Darüber hinaus sind sie ein optimaler Energiespender für Körper und Seele und helfen Stress abzubauen.

Obwohl die Schalenfrüchte ein gesundes Allheilmittel sind und für die Gesundheit durchaus Vorteile bieten, sollten pro Tag nicht mehr als eine Handvoll Nüsse verzehrt werden. Wer Nüsse in Maßen isst, tut seiner Gesundheit etwas Gutes. Um Krankheiten vorzubeugen und den Körper gesund zu halten empfiehlt sich der tägliche Verzehr von 25 Gramm ungesalzener Nüsse und Mandeln.

Die kleinen Kraftpakete sind wahre Vitaminbomben und enthalten viel Vitamin B1, B2, B3, B6, Folsäure und Vitamin E. Zudem sind sie reich an Mineralstoffen Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Phosphor, Kupfer, Eisen und Zink und einzelne Nusssorten beinhalten auch das wichtige Spurenelement Selen. Ein wesentlicher Nährstoff, mit dem nicht jeder ausreichend versorgt ist.

Aufgrund ihres sehr hohen Fettgehalts (je nach Sorte etwa 40 bis 70 Prozent) sind sie ausgezeichnete Energiespender. 100 Gramm der kernigen Früchte versorgen uns mit bis zu 700 Kilokalorien, was ungefähr der Kalorienmenge einer Hauptmahlzeit entspricht. Daher sollten die kleinen gesunden Kalorienbomben nicht unkontrolliert gegessen, sondern eher maß- und genussvoll geknabbert werden.

Trotz ihres durchaus hohen Fettgehalts sind Nüsse sehr gesund, denn sie bestehen hauptsächlich aus einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Zudem weisen sie einen hohen Anteil an leicht verdaulichem Eiweiß (etwa 10 bis 20 Prozent) auf. Daher sind die kernigen Schalenfrüchte vor allem auch für Vegetarier und Veganer ein sehr sinnvolles Lebensmittel. Ökotrophologen empfehlen Menschen, die sich rein pflanzlich ernähren, täglich sogar 50 bis 60 Gramm zu verzehren.

Wie aktuelle Studien belegen sind Nüsse – in der richtigen Menge konsumiert – das vielleicht gesündeste aller Lebensmittel.

 

Nüsse schützen unser Herz

Weil Nüsse unter anderem mit Magnesium und Vitaminen viele wichtige herzschützende Nährstoffe liefern sind sie ein ideales Lebensmittel, um koronaren Herzerkrankungen vorzubeugen. Besonders das reichlich in Nüssen vorhandene Vitamin E übt einen positiven Effekt auf Herz-Kreislauf-Erkrankungen aus. Die Omega-3-Fettsäuren halten die Blutgefäße jung und sind ferner bedeutend für die Abwehr von freien Radikalen. Das wiederum gefällt den Herzgefäßen. Daneben verleihen aber auch die Ballaststoffe eine herzschützende Funktion. Weiterhin sind die kleinen Kraftpakete ideale Blutdrucksenker.

So haben amerikanische Wissenschaftler in einer Studie Hinweise darauf gefunden, dass vor allem Walnüsse in Stresssituationen den Blutdruck senken können. Die Forscher vermuten, dass sich durch den täglichen Verzehr von Walnüssen der Zustand der Blutgefäße verbessert. Eine Harvard-Studie aus dem Jahr 2006 ergab, wer über viele Jahre fünf Walnüsse an fünf Tagen pro Woche isst, eine um fünf Jahre längere Lebenserwartung hat. Gleichzeitig wird das Risiko für einen Herzinfarkt um die Hälfte verringert.

 

Nüsse senken den Cholesterinspiegel

Aber auch der Cholesterinspiegel spielt für ein gesundes Herz eine bedeutungsvolle Rolle. Ergebnisse mehrerer wissenschaftlicher Untersuchungen haben ergeben, dass Nüsse einen zu hohen Cholesterinwert um bis zu 30 Prozent senken können. Die in Nüssen enthaltenen Fettsäuren und ihre spezielle Zusammensetzung vermögen die Blutfettwerte positiv zu beeinflussen, indem sie die Konzentration der Stoffe Cholesterol und LDL-Cholesterol im Blut senken. Mit einer nussreichen Kost wird weniger Cholesterin gebildet und die Blutgefäße bleiben fit.

 

Nüsse sind gut fürs Gehirn

Amerikanische Forscher haben in einer Studie herausgefunden, dass durch den regelmäßigen Verzehr der gesunden Schalenfrüchte Gehirnregionen stimuliert werden, die für Lernprozesse und andere Gehirnfunktionen von Bedeutung sind. Verantwortlich dafür sind primär Falvonoide. Sie gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Zuständig sind sie für die Farbgebung der Pflanzen und schützen diese vor schädlichen Umwelteinflüssen. In sehr vielen Nüssen sind sekundäre Pflanzenstoffe in hoher Dosis enthalten. Fernerhin sind Flavonoide an der Durchblutung des Gehirns und an der Neurogenese, also der Bildung von Nervenzellen, beteiligt. Durch den regelmäßigen Verzehr der kernigen Herbstfrüchte werden Nerven, Konzentrations- und Merkfähigkeit gestärkt.

 

Nüsse stärken das Immunsystem

Darüber hinaus liefern Nüsse viele Stoffe, die das Immunsystem stärken. So enthalten beispielsweise Macadamia-Nüsse einen hohen Anteil an Zink auf und können damit eine intakte Immunabwehr unterstützen während Walnüsse einen hohen Gehalt an Antioxidantien enthalten, welche dem Körper dabei unterstützen freie Radikale abzufangen, Entzündungen im Körper zu reduzieren und ebenso das Immunsystem stärken.

 

Nüsse wirken Darmregulierend

Für ein intaktes Abwehrsystem ist aber auch der Magen-Darm-Trakt verantwortlich. Bestimmte Nusssorten wie zum Beispiel Haselnüsse oder Cashewkerne üben einen äußerst positiven Einfluss auf Magen und Darm aus. So enthalten Nüsse viele Ballaststoffe und versorgen den Körper mit genügend Eisen. Zudem fördern sie die Darmbewegungen, infolgedessen der Darm eine Art Schutz für das ganze Verdauungssystem bildet. Auf lange Sicht kann durch den regelmäßigen Verzehr von Nüssen auch Darmkrankheiten vorgebeugt werden.

 

Nüsse heben unsere Stimmung

Und zu guter Letzt sind die zahlreichen Proteine die in Nüssen vorkommen Ausgangsstoffe für wichtige Hormone. Wertvoll sind sie zum einen für den Stimmungsaufheller Serotonin. Nicht umsonst wird das Hormon auch als „Glückshormon“ bezeichnet. Denn es ist nicht nur für den Appetit oder das Schmerzempfinden eines Menschen verantwortlich, sondern ebenso für dessen Gemütslage. Sofern der Serotoninspiegel ausgeglichen ist, sind wir auch emotional stabil. Liegt jedoch ein Defizit an diesem Hormon vor kann es schnell zu Stimmungsschwankungen kommen. Zum anderen sind Nüsse für die Bildung des Schlafhormons Melatonin – und damit für unsere Ausgeglichenheit – wertvoll.

 

Nüsse am besten pur genießen

Am besten knabbert man die Schalenfrüchte frisch geknackt, mit der feinen, braunen Haut. Denn sie enthält besondere viele wertvolle Antioxidantien. Geröstete Nüsse sind zwar besonders schmackhaft. Jedoch sind einige der Vitalstoffe nicht hitzebeständig. Ebenso sind gesalzene Nüsse nicht optimal. So können bereits 100 Gramm gesalzene Erdnüsse drei Gramm Salz enthalten. Doch die Tagesdosis an Natriumchlorid sollte nur fünf Gramm betragen. Diese Menge wird jedoch sehr schnell durch die normale Ernährung erreicht, da Brot, Käse und Wurst und viele weitere Lebensmittel einen relativ hohen Anteil an Salz enthalten. Letztlich wird durch zu viel Salz der Blutdruck erhöht. Es kommt zu Wassereinlagerungen und Übersäuerung des Körpers.

Ob jedoch eine Nusssorte gesünder ist als alle anderen, lässt sich nicht klären. Letztlich gibt es keinen eindeutigen Sieger. Denn jede Nuss enthält wertvolle Nähr- und Vitalstoffe und die verschiedenen Sorten unterscheiden sich nur in Details.

 

Die beliebtesten Nüsse

Und das sind die bekanntesten und beliebtesten Nusssorten, die wir heutzutage kennen:

 

Walnüsse

  • stärken Herz und das Gehirn
  • helfen die Sehkraft zu verbessern und helfen gegen Nachtblindheit
  • halten den Lymph-Fluss in Schwung
  • stärken schwache Nerven
  • schärfen die Konzentration
  • wirken entzündungshemmend
  • halten die Blutgefäße geschmeidig und schützen vor Arteriosklerose
  • wirken rheumatischen Erkrankungen sowie Gelenkschmerzen entgegen
  • bremsen eine frühzeitige Adernverkalkung

 

Haselnüsse

  • haben einen sehr positiven Einfluss auf den Magen-Darm-Trakt und das Knochenmark
  • schützen die Zellen und verhindern vorzeitiges Altern
  • verbessern Nerven und Gehirnleistung

 

Paranüsse

  • lindern rheumatische Beschwerden
  • wirken aphrodisierend und verbessern den Testosteronspiegel

 

Mandeln

  • lindern Entzündungen im Magen-Darm-Trakt
  • unterstützen Herz, Nerven- und Muskelfunktion
  • wirken cholesterinsenkend
  • unterstützen den Gewichtsabbau
  • wirken gegen Heißhungerattacken und auch gegen Sodbrennen

 

Maronen

  • regen die Verdauung an
  • schützen die Körperzellen
  • erhöhen den Serotoninspiegel und sorgen damit für gute Laune

 

Macadamianüsse

  • liefern die Basis für wichtige Stoffwechselvorgänge
  • kann das sogenannte schlechte LDL-Cholesterin im Blut senken
  • beugen so Herz- und Kreislauferkrankungen vor

 

Cashewkerne

  • helfen in kurzer Zeit Stress abzubauen
  • schützen Magen und Darm vor Geschwüren
  • beugen Herz-Kreislauf-Erkrankungen vor
  • sorgen für starke Nerven
  • und steigern die Gehirnfähigkeit

 

Erdnüsse

  • üben eine positive Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System aus
  • wirken beruhigend auf den Körper
  • ördern einen ruhigen Schlaf
  • heben die Stimmung und machen glücklich

 

Als Fazit bleibt festzuhalten, dass Nüsse ganz besonders gesund sind und keine Dickmacher, wie immer noch von vielen Menschen befürchtet. Jedoch sollte man auf den Kaloriengehalt achten und nicht zu häufig zu Nüssen greifen. Neben den zahlreichen positiven Einflüssen von Nüssen auf unsere Gesundheit können diverse Nussarten aber auch Allergien auslösen. Allerdings sind lediglich 1,5 Prozent der Deutschen hiervon betroffen. Letztendlich kommt es darauf an, auf welche Nuss man allergisch reagiert. Denn Nüsse enthalten verschiedene, für jede Art typische Eiweiße (Proteine). Und diese sind Auslöser für eine allergische Reaktion.

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