Waschmaschinen können multiresistente Keime übertragen

21 Oktober 2019

Pixabay switch 1033640 1920Schon länger hegten Hygienewissenschaftler den Verdacht das Waschmaschinen sich zu gefährlichen Keimschleudern entwickeln können. Doch nun ist es wissenschaftlich bestätigt. Grundsätzlich sollen sie die Wäsche schön sauber und porentief rein waschen. Und so präsentieren sich die Textilien auch nach ihrem Waschgang von ihrer besten Seite: sie kommen frisch und flauschig daher, fühlen sich einfach toll an und verbreiten einen angenehmen Duft. Doch möglicherweise ist die Wäsche mit multiresistenten Keimen belastet.

Nun haben Mediziner zum ersten Mal multiresistente Keime in einer Waschmaschine entdeckt, die sich dort dauerhaft angesiedelt hatten. Das Tragische: Die antibiotika-resistenten Keime können über die Waschmaschine auch auf den Menschen übertragen werden.

Nachgewiesen wurden die multi-resistenten Keime auf einer Neugeborenen-Station einer deutschen Klinik wo man in einer handelsüblichen Waschmaschine die Socken und Mützchen für die frühgeborenen Kinder gewaschen hatte. Die Neugeborenen hatten offenbar großes Glück und wurden nicht mit multiresistenten Keime infiziert. Zwar wurden wiederkehrend die neugeborenen Babys mit dem Keim besiedelt, diese vermehrten sich aber nicht schlagartig und führten somit nicht zu einer Erkrankung. Die Wissenschaftler vermuten, dass hierfür die multiresistenten Keime in tiefere Gewebeschichten hätten eindringen müssen.

Bei dem gefundenen Keim handelte es sich um „Klebsiella oxytoca“, welches zu Magen-Darm- oder Atemwegsinfektionen bis hin zu einer tödlichen Sepsis führen kann. Diese Bakterien produzieren bestimmte Enzyme. Selbst zahlreiche Antibiotika können gegen diesen Erreger gar nicht oder nur eingeschränkt helfen.

Antibiotika waren einst die Wunderwaffe der Medizin gegen bakterielle Erreger. Doch heutzutage versagen sie zunehmend ihren Dienst. Immer mehr Bakterien sind gleich gegen mehrere Antibiotika immun. So auch der berüchtigte Krankenhauskeim MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) und die sogenannten ESBL-Bakterien (Extendes-Spectrum Betra-Lactamasen). Diese antibiotika-resistenten Erreger werden am häufigsten durch den direkten Kontakt von Mensch zu Mensch übertragen. Daneben aber auch über verunreinigte Gegenstände.

Festzuhalten bleibt, dass für gesunde Menschen mit einem intakten Immunsystem, die eine haushaltsübliche Waschmaschine verwenden, keine Gefahr durch multiresistente Keime besteht. Ein potenzielles Risiko hingegen sehen die Wissenschaftlich jedoch für ältere und kranke Personen oder neugeborene Säuglinge. Ihnen gemeinsam ist, dass sie abwehrgeschwächt sind.

Heutzutage sind Waschmaschinen für Privathaushalte vor allem auf sparsamen Energieverbrauch optimiert. Daher wird in den meisten Fällen die Wäsche mit weniger als 60 Grad Celsius gewaschen. Doch bei diesen niedrigen Temperaturen können viele Keime überleben. Daher sollte in Haushalten, in denen Ältere oder Menschen mit Verletzungen, deren Wunden noch ausheilen, oder Kleinkinder leben die Wäsche bei deutlich höheren Temperaturen als 60 Grad gewaschen werden. Empfehlenswert ist weiterhin die Zugabe von chemischen Desinfektionsmitteln.

Bei gesundheitlich sensiblen Menschen kann der heutige Trend, aus Umweltschutz- oder Energiespargründen kurze Waschmaschinenlaufzeiten bei niedriger Temperaturauswahl zu waschen kontraproduktiv sein. Nur hohe Temperaturen gelten als Bakterien-Killer und feuchte Milieus beschleunigen das Bakterienwachstum.

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