Als Rentner gut versichert

01 Mai 2011

Fotolia 61042897 MMit dem Eintritt in den wohlverdienten Ruhestand ist das Berufsleben mit dem damit verbunden Stress und den vielen Terminvorgaben vorbei. Zeit, das Leben so richtig nach Lust und Laune zu genießen. Viele Vorhaben, Reisen und Hobbys wurden auf den Ruhestand verschoben. Nun ist es an der Zeit diese zu realisieren.

Doch auch im Seniorenalter ist das Leben mit einigen Risiken verbunden. Schön, wenn es problemlos und den eigenen Vorstellungen entsprechend verläuft. Aber wenn es dann doch zu einem unliebsamen Ereignis kommt, ist es gut, wenn man über eine entsprechende Versicherung verfügt.

Für jede Lebenssituation gibt es eine passende Versicherungspolice. Im Laufe der Jahre sammelt sich so einiges an. Doch gerade weil sich mit zunehmendem Alter Bedürfnisse und Lebensstil ändern, kann es vorkommen, dass laufende Versicherungsverträge nicht mehr den passenden Schutz für die jeweilige Lebenslage bieten und nur unnötig viel Geld kosten.

 

Der Selbst-Check

Nun ist der richtige Zeitpunkt gekommen um seinen Versicherungsordner einmal zu durchforsten und seine Versicherungen gegebenenfalls anzupassen. Bevor jedoch ein Versicherungsvertrag gekündigt wird, sollte man bedenken, dass es im betagten Alter – gerade wenn man über 65 ist – oft nicht leicht ist, im Bedarfsfall eine neue Versicherungspolice abzuschließen. Bei der Entscheidung für oder gegen einen Versicherungsschutz helfen oftmals folgende Fragen weiter:

 

Welcher Schutz ist zwingend notwendig?

Unumgänglich sind die Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung. Genauso wie Berufstätige sind auch Rentner automatisch krankenversichert. Bei gesetzlich Versicherten werden die Beiträge vom Rentenversicherungsträger gemeinsam mit dessen Anteil an die Kasse überwiesen.

Daneben ist für Autofahrer die Kfz-Haftpflichtversicherung natürlich verpflichtend. Wer jedoch merkt, dass er in den letzten Jahren wesentlich weniger gefahren ist, als zuvor, sollte über einen Tarifwechsel nachdenken. Weniger gefahrene Kilometer, keine Lenker unter 25 Jahren und ein Garagenplatz mindern die Beitragskosten.

Diese drei Versicherungen sind sogar gesetzlich vorgeschrieben. Alle anderen Versicherungen sind jedoch freiwillig.

Daneben empfehlen Experten dringend zu einer privaten Haftpflichtversicherung. Fehlt diese Versicherung, muss derjenige, der über eine solche Versicherungspolice nicht verfügt, für den verursachten Schaden selbst aufkommen. Und passieren kann immer mal etwas. Das gilt sowohl für Kinder, als auch für ältere Personen. Seh- und Hörschwächen, eingeschränkte Reaktionsfähigkeit erhöhen das Risiko zusätzlich. Da der Verursacher mit seinem persönlichen Vermögen haftet, kann es bei hohem Schaden schnell an die finanzielle Existenz gehen. So kann es sehr teuer werden, wenn eine Person versehentlich verletzt wurde und von dem Betreffenden eine Rente verlangt. Eine private Haftpflichtversicherung hingegen ist für Einzelpersonen bereits für unter 100 EUR im Jahr zu bekommen.

 

Welcher Schutz ist sehr zu empfehlen?

Hierunter fallen alle Policen die die finanzielle Existenz bedrohen können. Zu ihnen gehört unter anderem die Hausratversicherung. Einen Totalverlust etwa durch einen Wohnungsbrand wird kaum jemand vom ersparten ersetzen können. Da die Prämie der Hausratsversicherung stets vom Wert des Hausrats abhängig ist, sollte diese Police von Zeit zu Zeit überprüft werden. Wer zum Beispiel in eine kleinere Wohnung oder in ein Seniorenheim zieht und sich im Zuge dessen von Habseligkeiten trennt, verringert seinen Hausrat und kann so auch bei seiner Hausratversicherung abspecken.

Immobilienbesitzer sollten auf keinen Fall auf eine Wohngebäudeversicherung verzichten – ganz unabhängig vom Alter.

Für Senioren die gern und oft reisen und gesetzlich krankenversichert sind, ist es sinnvoll, eine Auslandsreise-Krankenversicherung abzuschließen. Wer während einer Reise vor Ort sich einer medizinischen Behandlung unterziehen, eventuell operiert werden muss und die Kosten für den Rücktransport zu tragen hat, der hat mit enormen Kosten zu rechnen. Die Versicherung hingegen gibt es oft schon für um die 10 EUR im Jahr. Wer dagegen nicht verreist, kann getrost auf eine solche Police verzichten.

 

Welcher Schutz ist sinnvoll?

Sie bedrohen zwar nicht unbedingt die finanzielle Existenz. Fehlt aber dieser Schutz, so können Kosten entstehen, die die Geschädigten empfindlich treffen können.

Überlegenswert kann eine Unfallversicherung sein. Eine große Rolle spielt der persönliche Lebensstil. Wer gerne Sport betreibt, aktiv und viel unterwegs ist, ist auch eher unfallgefährdet. Die meisten Unfälle passieren allerdings im Haushalt. Um eine Unfallversicherung sollte man sich jedoch rechtzeitig kümmern. Ein Abschluss nach dem 65. Lebensjahr ist in aller Regel nicht mehr möglich. Auch sollte man darauf achten, dass der Versicherungsvertrag nicht mit Vollendung des 75. Lebensjahres automatisch endet. Empfehlenswert sind desgleichen solche Policen, bei der nicht nur eine Unfallrente, sondern gleichfalls einmalig eine höhere Summe ausbezahlt wird. Diese kann dann beispielsweise für einen behindertengerechten Umbau der Wohnung verwendet werden.

Zum sinnvollen Schutz zählt etwa auch der Vollkaskoschutz für das eigene Fahrzeug. Bei Fahrzeugen, die älter als 10 Jahre sind, kann man die Vollkaskoversicherung getrost sparen.

Eine weitere wichtige Police ist die Rechtsschutzversicherung. Dies gilt insbesondere dann, wenn man Halter eines Kraftfahrzeugs ist. Neben dem Verkehrsrechtschutz sind auch der Privatrechtschutz und der Rechtschutz für Mieter und Eigentümer von Gebäuden und Grundstücken nützlich, zumal die Rechtschutzversicherung nicht nur hilft, das eigene Recht gegenüber Dritten durchzusetzen, sondern auch unbegründete Rechtsansprüche Dritter gegen den Versicherungsnehmer abwehrt.

Je nach persönlicher Situation können auch verschiedene private Zusatzversicherungen rund um die Gesundheit sinnvoll sein. Erwähnenswert ist hier vor allem die Pflegezusatzversicherung. Während die gesetzliche Pflegeversicherung eine Grundsicherung gewährleistet, deckt die Pflegezusatzversicherung zusätzliche Pflegeleistungen mit ab. Private Pflegekräfte oder mobile Dienste wie auch Heimplätze kosten viel Geld. In diesem Fall ist gut bedient, wer eine Pflegezusatzversicherung abgeschlossen hat. In aller Regel muss diese Police bis zu einem Alter von 65 Jahren, in Ausnahmefällen bis 70 Jahren, abgeschlossen werden. Manche Versicherungsunternehmen nehmen Neukunden nur bis 55 Jahre an.

 

Welcher Schutz ist überflüssig?

Diese Versicherungen decken nur ein kleines Risiko ab. Einen möglichen Schaden kann der Kunde durchaus selbst tragen.

Hierzu zählt zum Beispiel die Krankentagegeldversicherung. Als Senior kann man darauf gut verzichten. Während des Berufslebens kann diese Versicherung längere Einkommensausfälle ausgleichen. Mit dem Eintritt in das Rentenalter wird sie allerdings sinnlos, da die Rente auch bei Krankheit unbegrenzt lange weiterbezahlt wird.

Die Insassenunfallversicherung ist nicht erst im betagten Alter eine Versicherung, die man als Autofahrer nicht benötigt. Personen, die im Fahrzeug mitfahren, sind durch die Kfz-Haftpflichtversicherung bereits gegen Personenschäden abgesichert und der Fahrer selbst ist durch seine bestehende Kranken- beziehungsweise Unfallversicherung versichert.     Ebenso ist eine Fahrerunfallversicherung entbehrlich.

Auch eine Reiseunfall-, Reisegepäck- oder eine Reisehaftpflichtversicherung ist nicht wirklich notwendig. Sowohl die normale Unfallversicherung als auch die private Haftpflichtversicherung gelten weltweit und machen einen speziellen Versicherungsschutz für Reisen unnötig. Ereignet sich unterwegs ein Unfall oder hat man einen Schaden verursacht, für den man haftpflichtig ist, so ist man durch die genannten Versicherungen – soweit vorhanden – bereits abgesichert. Und das Gepäck ist auf Reisen bereits durch die Hausratversicherung versichert.

Bei Brillen-, Reparatur- und Handyversicherungen stimmt in den seltensten Fällen das Preis-Leistungs-Verhältnis. Sinnvoller ist es, regelmäßig etwas Geld für derartige Ausgaben zurückzulegen.

Viele Versicherungsunternehmen bieten inzwischen auch sogenannte Senioren-Policen an. Zwar werben diese mit speziellen Leistungen wie Menüservice, dem Erledigen von Einkäufen und Putzdiensten. In aller Regel übernimmt die Versicherung jedoch nur die Vermittlung dieser Leistungen. Die Kosten für diese Hilfen sind dann selbst zu tragen. In diesem Fall ist eine Pflegezusatzversicherung meist die bessere Lösung.

 

Resümee

Abschließend bleibt festzuhalten, dass die Versicherungsbeiträge der einzelnen Versicherungsgesellschaften stark variieren. Daher bietet sich in jedem Fall ein Versicherungsvergleich an. Hierbei sollte darauf geachtet werden, dass man nicht nur auf die monatlich oder jährlich zu zahlenden Beiträge schaut, sondern dass auch die Leistungen der Versicherungen und somit der Versicherungsschutz vergleichbar sind.

Ein Wechsel von einem Versicherungsunternehmen zu einem anderen sollte generell sorgfältig überprüft werden. Bietet jedoch ein Versicherungsunternehmen ein günstigeres Preis-Leistungs-Verhältnis als ein anderes an, dann sollte man vor einem Wechsel nicht zurückschrecken.

Allerdings muss man auf geltende Kündigungsfristen Rücksicht nehmen. Sinnvoll ist es, frühzeitig zu kündigen und sich von seiner Versicherungsgesellschaft die fristgerechte Kündigung bestätigen zu lassen.

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