Handy reinigen - So vernichten Sie Bakterien und Viren

01 April 2020

Pixabay iphone 410324 1920Tagtäglich fassen wir unser Smartphone zig-Mal an und hinterlassen dabei neben unseren Fingerabdrücken auch Bakterien und Viren. Gerade jetzt, wo sich das Coronavirus rasch verbreitet sind neben Maßnahmen im öffentlichen Leben auch Verhaltensänderungen jedes Einzelnen gefragt. Zu anderen Menschen auf Abstand gehen, die Einhaltung der richtigen Hust- und Niesetikette als auch häufiges und richtiges Händewaschen sollten sich inzwischen etabliert haben.

Doch was nützt es, wenn man sich in regelmäßigen Abständen die Hände wäscht, wenn man danach wieder zum verschmierten Smartphone greift? Denn streng genommen werden Viren nicht nur per Tröpfcheninfektion, etwa durch Husten und Niesen, übertragen sondern auch über Gegenstände. Nach bisherigen vorläufigen Erkenntnissen kann das Coronavirus auf einigen Oberflächen zwei bis drei Tage überleben. Daher sollte auch die Reinigung und Desinfektion von Alltagsgegenständen in den Fokus rücken.

 

Handy regelmäßig reinigen und desinfizieren

Vor allem ist es sinnvoll, das Smartphone regelmäßig zu reinigen. Gerade wenn man bedenkt, dass sich auf einem Mobiltelefon deutlich mehr Keime befinden, als auf einem Toilettensitz. Experten weisen darauf hin, dass sich auf einem Handy bis zu zehnmal mehr Bakterien aufhalten wie auf einer WC-Brille und auf jedem sechsten lassen sich sogar Fäkalien nachweisen. Doch wie reinigt man sein Handy richtig, so dass es keimfrei wird?

Grundsätzlich sollten Mobiltelefone regelmäßig gereinigt und gepflegt werden. Benutzt man das Smartphone nur gelegentlich am Tag ist eine tägliche Reinigung durchaus ausreichend. Greift man aber mehrfach am Tag immer mal wieder zum Handy sollte das Mobilfunktelefon besser zweimal täglich gereinigt werden.

Vom Einsatz herkömmlicher Glasreiniger und Spülmittel ist abzuraten. Zu groß ist die Gefahr, dass sich in diesen Inhaltsstoffe befinden, die die Antifettbeschichtung der Oberflächen beschädigen können.

Während die Hersteller vor der Corona-Krise sich darin einig waren, dass man aufgrund der fettabweisenden Beschichtung der Oberflächen von Smartphones nur fuselfreie Tücher und bei den neueren, wasserfesten Modellen auch mal warmes Seifenwasser verwenden sollte, sieht die Empfehlung heutzutage auch die Reinigung mittels Desinfektionsmittel vor.

Um effektiv gegen Viren und Bakterien vorzugehen, sollten die äußeren Oberflächen mit einer 70 prozentigen Isopropylalkohol-Lösung oder Desinfektionstüchern gereinigt werden. Achten Sie aber bitte darauf, dass Sie kein Händedesinfektionsmittel mit einem höheren Ethanol oder Isopropylalkoholgehalt verwenden. In unserem Artikel „Desinfektionsmittel gegen Bakterien und Viren selber machen“ kommt entweder 96 prozentiger Ethanol oder 99,8 prozentiger Isopropylalkohol zum Einsatz. Dieser Alkoholgehalt ist für die Smartphone Reinigung zu hoch.

70 prozentiger Isopropylalkohol ist ein guter Fettlöser und entfernt mögliche Krankheitskeime, indem es die Erreger abtötet. Keinesfalls darf das Desinfektionsspray direkt auf die Oberfläche gesprüht werden. Ratsam ist es, das Mittel auf ein weiches Brillenputztuch zu geben und damit die gesamte Fläche des Handys zu reinigen. So wird verhindert, dass Flüssigkeit in das Smartphone eindringen kann. Sollten bei der Reinigung Schlieren entstehen, die ein Zeichen für angelösten Fettschmutz sind, sollte das Brillenputztuch ein weiteres Mal mit dem Desinfektionsmittel besprüht werden. Die Oberfläche sollte solange mit kreisförmigen Wischbewegungen vorsichtig gereinigt werden, bis keine Schlieren mehr zu sehen sind.

Vor der Reinigung sollte darauf geachtet werden, dass das Smartphone ausgeschaltet und das Ladekabel abgezogen ist. Ferner sollten sich auf dem Display keine groben Staub- oder gar Sandkörper befinden. Nach wie vor wird aber vor der Verwendung anderer Reinigungsmittel wie Sprays und Druckluft ausdrücklich gewarnt. Aggressive Reinigungsmittel oder sogar Scheuermittel sollten keinesfalls Verwendung finden!

 

Handy-Hülle reinigen

Die meisten Schutzhüllen lassen sich ja nach Material problemlos mit etwas Spülmittel säubern und unter fließendem Wasser abspülen. Inzwischen gibt es im Handel aber auch schon antibakterielle Schutzhüllen, die aufgrund einer speziellen Beschichtung im Kunststoff, antibakteriell sind.

Auf keinen Fall darf Isopropylalkohol zur Reinigung von Handyhüllen die aus Leder- oder Stoffoberflächen bestehen, angewendet werden, da dadurch das Material beschädigt werden könnte.

 

Benutzung von Kopfhörern oder Headsets

Die Nutzung von Bluetooth-Kopfhörern oder Headsets verringern ebenfalls die Verbreitung der Viren, da das Handy beim Telefonieren nicht ständig an die Wange gedrückt wird. Darüber hinaus kann man aber auch die Freisprecheinrichtung nutzen.

 

Wie kann man Keime auf dem Handy verringern?

Auf keinen Fall sollte man das Handy mit an Orte nehmen, an welchen dieses mit Schutz in Kontakt kommen kann.

  • Hierzu gehört auch die Toilette. Wissenschaftliche Untersuchungen belegen das rund dreiviertel der Erwachsenen in Smartphone auf der Toilette nutzen. Dieses Verhalten sollte man überdenken und das Mobiltelefon lieber in der Hosentasche lassen.
  • Ferner sollte das Smartphone nicht auf dem Esstisch gelegt werden. Denn beim Essen hat das Mobiltelefon generell nichts zu suchen.
  • Zum Handy sollte man nur greifen, wenn die Hände sauber und trocken sind. Denn gerade wegen seiner Touchscreen-Bedienung wird das Smartphone zur idealen Sammelstelle für Schmutz und Keime. Hierzu tragen neben den Fettabdrücken auch die Rückstände von Handcremes oder anderer Kosmetika bei.

 

Hygiene fängt beim Handy an

Mikrobiologen haben herausgefunden, dass Keime bereits durch die einfache Reinigung der Oberfläche um bis zu 80 Prozent reduziert werden können. Ein frisch geputztes Handy lässt sich nicht nur gut sehen, sondern ist auch aus hygienischer Sicht vorteilhaft. Aus Anlass des zurzeit herrschenden SARS-CoV-2 sollte das Handy aber auch desinfiziert werden.

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