Blutdruck selbst messen und Werte im Griff halten

21 Mai 2019

Pixabay stethoscope 1584223 1920Viele Menschen haben einen zu hohen Blutdruck. Verantwortlich dafür sind neben einem höheren Lebensalter, eine ungesunde Lebensweise, Übergewicht und zu wenig Bewegung. Immer mehr Menschen, die einen zu hohen Blutdruck haben, wissen nicht einmal davon. Denn kaum jemand misst regelmäßig seinen Blutdruck. Noch nicht einmal jeder zweite Bundesbürger stellt sich gewohnheitsmäßig auf die Waage und auf Cholesterin- und Blutzuckerwerte achtet höchstens ein Drittel der Bevölkerung.

Und gerade im Alter sind bei jedem Zweiten die Werte zu hoch. Kein Geheimnis ist, dass ein hoher Blutdruck gefährlich ist und zu schwerwiegenden Gesundheitsproblemen führen kann. Tückisch ist, dass er häufig lange unbemerkt bleibt, da zunächst keinerlei Beschwerden ausgelöst werden. Unbemerkt sorgt ein zu hoher Druck zu einer schnelleren Verkalkung der Blutgefäße und belastet nicht nur den Kreislauf sondern auch die Organe.

Bereits eine Steigerung von zehn Herzschlägen über dem normalen Ruhepuls kann das Sterberisiko um 25 Prozent erhöhen. Das gilt sowohl für Männer als auch für Frauen. Dabei lassen sich durch das regelmäßige Messen des eigenen Pulses Vorboten aufzeigen und die Risiken für Schlaganfall, Herzinfarkt, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, aber auch Augen- und Nierenerkrankungen reduzieren.

Um seinen Gefäßdruck zu kontrollieren muss man nicht zum Arzt, denn eine Blutdruckmessung ist auch ganz einfach daheim möglich. Jedoch sollten Auffälligkeiten mit dem Hausarzt abgeklärt werden.

 

Blutdruck selbst messen

  • Blutdruck am besten morgens messen
    Da der Gefäßdruck natürlichen Schwankungen unterliegt sollte eine Messung morgens erfolgen. Dann ist der Blutdruck am höchsten. Danach sinkt er im Tagesverlauf ab, bevor er gegen Abend wieder ansteigt. Um die Blutdruckwerte besser vergleichen zu können, sollte möglichst stets zur selben Zeit gemessen werden.

  • Ruhe vor dem Messen
    Durch Bewegungen, Anspannungen und Stress steigt der Blutdruck in die Höhe. Um den Gefäßdruck auf ein normales Level zu bringen, sollte man sich fünf Minuten Ruhe gönnen und währenddessen entspannen. Nach einer Mahlzeit oder dem Genuss von Kaffee oder Alkohol sollte man bis zur Druckkontrolle eine gute halbe Stunde warten.

  • Entspannt sitzen
    Ebenso sollte man auf einem Stuhl entspannt sitzen. Da überschlagene Beine für eine angespannte Muskulatur sorgen und dadurch den Blutdruck ansteigen lassen, sollten die Füße nebeneinander auf den Boden gestellt werden.

  • An dem Arm messen, an dem es leichter fällt
    Rechtshändler können also am linken Arm messen, und umgekehrt. Da die Blutdruckwerte, gemessen am rechten oder linken Arm voneinander abweichen können, sollte man an dem Arm die Messung durchführen, wo der Blutdruck höher ist. Abweichungen bis 10 mmHg sind als Normal anzusehen. Erst bei deutlichen Unterschieden – über 10 mmHg – ist Rücksprache mit dem Hausarzt aufzunehmen.

  • Blutdruck-Messgerät richtig anlegen
    Blutdruck-Messgeräte gibt es für das Handgelenk und den Oberarm. Wichtig bei beiden ist, dass die Manschetten passen. Denn zu kleine oder zu große Manschetten führen zu falschen Messwerten.

    Relativ einfach lassen sich Messgeräte für das Handgelenk bedienen. Das breite Armband wird einen Finger breit über dem Handgelenk angelegt. Etwas komplizierter, aber sehr viel genauer sind digitale Messgeräte für den Oberarm. Hier muss man beim Anlegen darauf achten, dass der Schlauch, der zum Blutdruck-Messgerät führt, nach unten zeigt und die Manschette sollte zwei Finger breit über dem Ellbogen angebracht sein.

  • Messpunkt auf Herzhöhe
    Generell sollte bei der Blutdruckmessung die Manschette auf Herzhöhe sein. Während das bei einer Oberarmmanschette automatisch funktioniert, muss bei einer Handgelenksmanschette darauf geachtet werden, dass der Arm entweder angewinkelt oder hochgelagert wird. Um den Arm ruhig zu halten, wird Letzteres empfohlen.

  • Regelmäßig messen und Blutdruckwerte dokumentieren
    Da man sich nur über einen längeren Zeitraum ein klares Bild seines Blutdrucks machen kann, sollten die Werte regelmäßig erfasst und dokumentiert werden. Hält man die Ergebnisse in einem Notizbuch oder Blutdruck-Tagebuch fest lassen sich Veränderungen besser erkennen. Zudem können die Notizen zu einer ärztlichen Besprechung mitgenommen werden.

 

Häufige Fehler bei der Blutdruckmessung

Um richtige Messwerte zu erhalten, sollten folgende Fehlerquellen vermieden werden:

  • ständig wechselnde Messzeiten
  • sprechen während der Messung
  • volle Blase
  • zurückgeschobene Ärmel oder dicke Pullover

 

Da bei einer Messung des Blutdrucks schon kleine Fehler die Ergebnisse verfälschen können, sollten sich Neulinge die richtige Methode von einem Arzt, Apotheker oder einem Fachverkäufer eines Sanitätshauses zeigen lassen. Bei der richtigen Vorgehensweise messen Laien meist genauer als der Arzt. Vermutlich sind manche Patienten beim Arzt gestresst, was den Blutdruck in die Höhe treiben lässt. Dieser Effekt wird auch als Weißkittelhochdruck bezeichnet.

 

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